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Provinz Sichuan und Region Xinjiang : Zwei Erdbeben erschüttern China - Tote und Verletzte

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Erst bebt die Erde in der Provinz Sichuan, dann in der Region Xinjiang. Es gibt viele Tote und Verletzte.

Jiuzhaigou | Nur zehn Stunden nach den Erdstößen in Südwestchina hat ein zweites Beben den Nordwesten des Landes erschüttert. Während die Zahl der Opfer in der südwestchinesischen Provinz Sichuan am Mittwochmorgen auf 13 Tote und 175 Verletzte stieg, schreckte das zweite Beben die Menschen in der Region Xinjiang aus dem Schlaf. Die Stärke der neuen Erdstöße bezifferte das Erdbebenzentrum auf 6,6.

Betroffen war der wenig besiedelte Kreis Jinghe in der autonomen mongolischen Präfektur Bortala. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete von drei Verletzten. Im Umkreis von 20 Kilometern um das Epizentrum leben den Angaben zufolge aber auch nur 760 Menschen. Die neuen Erdstöße waren allerdings in der 400 Kilometer westlich gelegenen Hauptstadt der Region, Ürümqi, zu spüren.

Mit dem Tageslicht konnten am Mittwochmorgen (Ortszeit) in Sichuan die Bergungs- und Aufräumarbeiten nach dem Beben vom Vorabend nahe des Naturparks Jiuzhaigou richtig anlaufen. 28 Menschen erlitten schwere Verletzungen. Mindestens fünf der Toten waren Besucher der besonders in den laufenden Sommerferien beliebten Touristenattraktion. Rund 100 Reisende waren nach ersten Angaben in dem Naturpark eingeschlossen worden. Das Beben in Sichuan hatte nach offiziellen Angaben die Stärke 7,0.

Bei den Toten handelte es sich den Angaben zufolge überwiegend um chinesische Touristen. Mindestens zwei ausländische Gäste wurden ebenso verletzt. Ein 18-jähriger Franzose wurde durch einen herabfallenden großen Stein an beiden Beinen verletzt, während eine Kanadierin eine leichte Kopfverletzung erlitt, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch berichtete. Ob noch weitere ausländische Reisende verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt. Der Franzose habe Steinsplitter im rechten Bein und müsse umgehend operiert werden, um eine Infektion zu vermeiden, sagte ein Arzt laut Xinhua. V

Viele Häuser stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Menschen rannten in Angst auf die Straßen. Telefonleitungen und das mobile Netz waren teilweise unterbrochen. 

Das genaue Ausmaß der Schäden war am Mittwoch nach Mitternacht Ortszeit noch unbekannt. Das Epizentrum lag nahe des Naturparks Jiuzhaigou rund 280 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Chengdu. Die nationalen Behörden riefen als Reaktion die höchste Alarmstufe aus.

Retter suchten in Trümmern nach Verschütteten oder trugen Verletzte in Sicherheit, wie auf Bildern in sozialen Medien zu sehen war. Eine Luftaufnahme, die das Parteiorgan „Volkszeitung“ veröffentlichte, zeigte, dass die Häuser in der Kreisstadt Jiuzhaigou am Mittwochmorgen „im Wesentlichen intakt“ waren. Auch fuhren Autos durch die Straßen.

Mehr als 1200 Helfer waren nach Angaben des Staatsfernsehens in Sichuan im Einsatz. Auch vier Hubschrauber seien aufgestiegen, zudem seien Hunderte Soldaten und medizinisches Personal auf dem Weg ins Erdbebengebiet. Ebenso wurden 200 Zelte und 2000 Decken sowie 1000 Erste-Hilfe-Kästen auf den Weg gebracht, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Medizinisches Personal versorgt einen vom Erdbeben betroffenen Mann in Sichuan.

Medizinisches Personal versorgt einen vom Erdbeben betroffenen Mann in Sichuan.

Foto: Liu Kun/Xinhua/AP/dpa
 

Das Erdbeben ereignete sich um 21.19 Uhr Ortszeit (15.19 Uhr MESZ) in 20 Kilometer Tiefe. Die Behörden versuchten, Häuser zu evakuieren. „Ich habe es stark gespürt“, sagte der Besitzer eines Hotels nahe des Touristenparks Jiuzhaigou telefonisch der Deutschen Presse-Agentur in Peking. „Aber bei uns wurde niemand verletzt.“

In Sichuan waren 2008 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8 mehr als 80.000 Menschen ums Leben gekommen. Die verheerende Katastrophe ereignete sich damals wenige Monate vor den Olympischen Spielen in Peking.

In der Provinz Sichuan hatte sich am Dienstagmorgen nach schweren Regenfällen auch ein Erdrutsch ereignet, bei dem 24 Menschen ums Leben gekommen waren. Vier weitere wurden verletzt. Eine Person galt noch als vermisst, wie Xinhua berichtete.

Der Erdrutsch passierte im Dorf Gengdi im Gebiet von Liangshan. In der Gegend wohnen viele Angehörige der Minderheit der Yi. Nach unbestätigten Angaben wurden 71 Häuser zerstört oder beschädigt. Mehr als 500 Menschen seien von dem Unglück betroffen. Sommerliche Regenfälle suchen seit Wochen viele Teile Chinas heim und sorgen für schwere Überflutungen und Erdrutsche.

Die Region liegt an der Südwestspitze des Qinghai-Tibet-Hochplateaus und gilt als eine der erdbebenaktivsten Gegenden Chinas. Im April 2013 waren bei einem Erdbeben in Lushan rund 360 Kilometer südlich von Jiuzhaigou 196 Menschen ums Leben gekommen.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 07:21 Uhr

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