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Zusammenleben auf engstem Raum - So vermeiden Camper Streit

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Vlotho (dpa/tmn) - Camping soll Spaß machen. Die ungewohnte Enge und das ständige Beisammensein führt aber oft zum genauen Gegenteil. Streit vermeiden gehört deshalb zum Camping-ABC. Doch wie funktioniert das?

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erstellt am 28.Mai.2013 | 11:33 Uhr

Vlotho (dpa/tmn) - Camping soll Spaß machen. Die ungewohnte Enge und das ständige Beisammensein führt aber oft zum genauen Gegenteil. Streit vermeiden gehört deshalb zum Camping-ABC. Doch wie funktioniert das?

Es ist eine Ausnahmesituation: 24 Stunden zusammen auf engem Raum, das kommt im Alltag der meisten Familien nicht vor. Beim Camping kann die ungewohnte Enge daher leicht zu Streit führen. Rüdiger Beinroth von der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF), rät Familien, sich vor dem Campingurlaub klarzumachen: «Wie viele Freiräume braucht eigentlich jeder?» Die sollte sich jedes Familienmitglied nehmen. Mal allein einen Spaziergang machen oder einige Stunden in Ruhe lesen kann manchmal Wunder wirken.

Außerdem sollten alle Familienmitglieder ihre Pläne miteinander abstimmen. Auch so lässt sich der Stress möglichst gering halten: «Wenn man weiß, was die anderen für Erwartungen an den Urlaub haben.» Dann entwickele sich der Urlaub in den Bergen nicht zu einem Non-Stop-Wandermarathon, nur weil die Eltern es so wollen - der Tag am See für die Kinder wird genauso berücksichtigt. Wenn die Kinder älter sind, sollten Eltern ihnen eigene Räume zugestehen, in denen sie das Sagen haben: «Es ist wichtig, ihnen das Zelt neben dem Wohnwagen zu gönnen.»

Ein weiterer Konfliktherd ist der Camping-Haushalt: «Oft gibt es Rollen, die festgefahren sind», sagt Beinroth. Dafür bestehe aber im Urlaub keine Notwendigkeit. Selbst wenn es zu Hause immer die Mutter ist, die kocht, kann diese Tradition im Urlaub ruhig aufgebrochen werden. «Dass man wirklich mal was anders machen kann, ist ja das Schöne», sagt Beinroth. Und wenn einer schon kocht, sollten die anderen zumindest das Spülen übernehmen. «Aufgabenverteilung ist eine ganz wichtige Sache, die Stress minimiert.» Das gelte auch für die Kinderbetreuung, die sich Eltern klar aufteilen müssen.

Kommt es zum Streit, empfiehlt Beinroth Abstand. «In der Enge ist es Quatsch, das jetzt austragen zu wollen.» Erst einmal sollten die Streithähne auf Distanz gehen und die hochgekochten Emotionen abkühlen lassen. Danach können sie in Ruhe über das Problem sprechen.

Doch nicht nur mit der Familie kommt es beim Camping schnell zum Streit. Auch mit den Nachbarn gibt es ab und an Reibereien. Deshalb sei es gut, die Nachbarn gleich zu Beginn des Urlaubs kennenzulernen, sagt Beinroth. Wenn sie bei der Ankunft ihre Hilfe beim Zeltaufbau anbieten, sollten die Camper dies annehmen. «Dann hat man den ersten Kontakt.»

Den Kindern sollten Eltern einschärfen, zu fragen, bevor sie auf fremde Plätze laufen oder fremde Wohnwagen betreten. Zu stark dürfen Eltern ihre Kinder aber nicht reglementieren: Denn Campingurlaub heißt auch, dass sich die Kinder freier bewegen können als sonst - gerade das ist ja das Angenehme auf dem Campingplatz.

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