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Plus-Size-Modelabel Lane Bryant : Zu dick fürs Fernsehen? #ThisBody-Werbespot spaltet die USA

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Ashley Graham, Tara Lynn, Denise Bidot und Georgia Pratt zeigen Dessous und nackte Haut. Zwei TV-Sendern ist das zu viel. Sie lehnen den Spot ab.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 08:07 Uhr

Columbus | Es ist ein Werbespot mit sogenannten Plus-Size-Models, der einigen TV-Sendern in den USA sauer aufstößt. Andere würden behaupten, es handele sich hier um ganz normale Frauen, die hier zur Kampagne #ThisBody (Dieser Körper) des Modelabels Lane Bryant ihre Körper zeigen. Ashley Graham, Tara Lynn, Denise Bidot und Georgia Pratt zeigen Dessous und viel Haut. Der 30-Sekunden-Spot zeigt die Frauen beim Posieren, beim Sport und - Skandal - beim Stillen eines Babys. Zu „unanständig“ für die TV-Sender ABC und NBC.

Der Werbespot zeigt, dass in den USA offenbar mit zweierlei Maß gemessen wird. Während Kampagnen von Size-Zero-Models oder Frauen mit den Traumaßen 90-60-90 im Fernsehen problemlos gezeigt werden, ist ein stilvoller Werbeclip mit Frauen, die diesem „Ideal“ nicht entsprechen, offenbar eine Zumutung für den Zuschauer.

Um dieses Video geht es:

Die Message des Clips sollte im Jahr 2016 eigentlich kein Problem mehr in einer offenen und multikulturellen Gesellschaft darstellen. „Wofür ist dein Körper gemacht?“ heißt es am Ende des Werbespots. Die Frauen geben in dem Werbefilm erste Antworten. „Dieser Körper“ sei für die Liebe und das Leben gemacht, er sei kraftvoll, sexy und dafür da, eine Revolution zu starten.

Laut dem Celebrity-Portal „tmz.com“ scheint das Problem wohl die Körperfülle der Models zu sein. Regelmäßig würden die Sender die Spots der Victoria's Secret Models zeigen. Auch hier wären die Frauen relativ leicht gekleidet. Auf Anfrage erklärte NBC, Lane Bryant hätte lediglich kleine Änderungen vornehmen müssen, damit der Spot den Senderichtlinien entspreche. Die Werbung sei keinesfalls zurückgewiesen worden. Welches Problem der Sender allerdings genau hat, teilte er nicht mit. ABC gab kein Statement zu dieser Entscheidung ab. So bleibt offen, ob eventuell sogar die kurze Stillszene ein Problem für die Sender ist, wenn von „kleinen Überarbeitungen“ der Rohfassung die Rede ist. Das Stillen in der Öffentlichkeit ist nach wie vor ein großes Diskussionsthema – auch in Deutschland. Zuletzt erregte ein Fall im Juni 2015 für Aufsehen, als eine Mutter von einem Busfahrer in Hamburg aus dem Bus geworfen wurde, weil sie ihr Kind stillte. Hinweise für den Vorfall gab es laut Hamburger Hochhahn jedoch nicht.

Dieser Spot ist bei NBC und ABC kein Problem:

Lane Bryant überlegt nun, den Spot überarbeitet nochmals dem Sender zur Verfügung zu stellen oder darauf zu verzichten. In einer ersten Reaktion postete das Label den Spot auf Twitter und Facebook. „Die Sender wollten nicht, dass ihr das seht. Aber wir wollen das. Teilt es. Verlinkt euch. Zeigt jedem, wofür euer Körper gemacht ist“. Die Beiträge wurden schon millionenfach geklickt.

Zahlreiche Frauen reagieren auf Twitter und stellen eigene Bilder online. Sie wollen ihre Körper zeigen und damit die Message von Lane Bryant verbreiten: „Die #ThisBody-Kampagne sollte Spaß machen und Frauen aller Formen und Größen zelebrieren. Alle Frauen sollen gefeiert werden und sich so ausdrücken dürfen, wie sie möchten. Die #ThisBody-Kampagne hält nichts zurück“.

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