Antisemitismus in deutschen Großstädten : Zentralrat der Juden: Besser nicht mit Kippa auf die Straße

Die Kippa ist die traditionelle jüdische Kopfbedeckung. Auf der Straße erfahren viele Juden teils brutalen Antisemitismus.

Die Kippa ist die traditionelle jüdische Kopfbedeckung. Auf der Straße erfahren viele Juden teils brutalen Antisemitismus.

Nachdem sich antisemitisch motivierte Überfälle in letzter Zeit häuften, seien Juden ohne Kippa sicherer unterwegs.

Avatar_shz von
24. April 2018, 10:55 Uhr

Berlin | Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, rät Juden davon ab, sich in Großstädten öffentlich mit einer Kippa zu ihrer Religion zu bekennen.

„Trotzig bekennen wäre im Prinzip der richtige Weg“, sagte Schuster dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). „Trotzdem würde ich Einzelpersonen tatsächlich davon abraten müssen, sich offen mit einer Kippa im großstädtischen Milieu in Deutschland zu zeigen.“

Vor der Solidaritätskundgebung „Berlin trägt Kippa“ an diesem Mittwoch sagte Schuster, wenn es nicht gelinge, offenem Antisemitismus entgegenzutreten, sei die Demokratie in Gefahr. „Denn es geht nicht nur um Antisemitismus, damit einher geht auch Rassismus, damit einher geht auch Fremdenfeindlichkeit. Hier bedarf es eines klaren Stoppschildes“, sagte der Zentralratspräsident.

In der vergangenen Woche war in Berlin ein junger Israeli angegriffen worden, der die traditionelle jüdische Kopfbedeckung, die Kippa, trug. Gegen den mutmaßlichen Täter, einen 19-jährigen Syrer, erging Haftbefehl.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen