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Flüchtlingsdrama in der Ägäis : Zehn Kinder sterben im Mittelmeer vor Samos

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Mindestens 25 Menschen sind auf der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Ihr Boot kenterte auf See.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 12:44 Uhr

Mindestens 25 Menschen sind ums Leben gekommen, als ihr Boot am Donnerstag vor der griechischen Insel Samos kenterte. Unter den Opfern sind auch zehn Kinder. „Es ist fürchterlich“, sagte ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Zehn Menschen seien bislang aus den Fluten gerettet worden. Es sei aber noch unklar, wie viele Menschen an Bord des gekenterten Bootes waren. al ist die Rede von 40, mal von 50 Flüchtlingen, hieß es aus Kreisen der Küstenwache. An der Suche beteiligten sich Boote der Grenzagentur Frontex, Fischer aus Samos, ein Hubschrauber sowie die griechische und die türkische Küstenwache. Zunächst war von 24 Opfern berichtet worden.

Von Griechenland aus versuchen die Menschen über den Balkan in Richtung Mitteleuropa zu gelangen. Nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks sind im Jahr 2015 rund 300.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. 2500 Menschen sind auf der gefährlichen Fahrt in unsicheren und maroden Booten ertrunken. 

Bereits am Vortag waren sieben Flüchtlinge vor der Insel Kos ums Leben gekommen. Seit Jahresbeginn und bis zum 24. Januar sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 44.000 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen. Meistens erklärten sie, sie seien aus dem Kriegsland Syrien.

Mehr als 50.000 Flüchtlinge und Migranten sind nach slowenischen Angaben seit Jahresbeginn auf der Balkanroute unterwegs gewesen. Bis zum Donnerstagmorgen seien 50.898 Menschen durch Slowenien in Richtung Österreich und Deutschland gezogen, teilte die Polizei in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana mit.

Trotz des Winterwetters kommen weiter Tausende aus Richtung Süden nach: Allein am Mittwoch waren es mehr als 1400, wie das mazedonische Innenministerium am Donnerstag in Skopje mitteilte. Die Grenze zu Griechenland, die wegen nicht näher bezeichneter Staus im Norden für einige Stunden geschlossen worden war, ist seit Mittwochabend (22.30 Uhr) wieder geöffnet.

Über die sogenannte Balkanroute waren im letzten Jahr schätzungsweise über eine Million Flüchtlinge und Migranten aus der Türkei und Griechenland über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien nach Österreich und vor allem nach Deutschland gekommen.

 

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