zur Navigation springen

Internationaler Down-Syndrom-Tag : Zehn erfolgreiche und berühmte Menschen mit Down Syndrom

vom

Trisomie 21 zeigt sich körperlich und schränkt häufig die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen ein. Aber das heißt nicht, dass sie weniger leisten oder erreichen. shz.de stellt zehn Menschen mit Down Syndrom vor.

Am 21. März ist internationaler Down-Syndrom-Tag. An diesem Tag werden weltweit Veranstaltungen organisiert, die das Bewusstsein für die Thematik steigern sollen. Dass das zusätzliche Chromosom nicht unbedingt eine Hinderungs- oder Ausgrenzungsgrund sein muss, zeigen diese zehn besonderen Menschen.

Der 21. März ist internationaler Down-Syndrom-Tag, weil die Zahlen 21 und 3 die Krankheit symboliseren. Bei der Krankheit ist durch Genmutation das 21. Chromosom betroffen und dreimal vorhanden.

Madeline Stuart

 

Die 18-jährige Madeline Stuart aus Brisbane war 2015 der Star der New Yorker Fashion Week. Sie war das erste Model mit Down Syndrom, das über den Laufsteg lief. Und dabei hatte sie erst wenige Monate vorher ihre Liebe zu Mode und Scheinwerferlicht entdeckt. Sie hatte 2014 mit ihrer Mutter eine Mode-Parade gesehen und entschieden, sie würde Model werden. Und innerhalb kürzester Zeit setzte sie um, wovon viele Mädchen nur träumen können. Bei ihrer Geburt wurde Madeline Stuart eine Lebenserwartung von nur acht Jahren prophezeit, heute ist sie Model, Gesicht einer Kosmetik-Kampagne und hat über 590.000 Facebook-Fans.

Xx my last photo shoot

Ein von Madeline Stuart (@madelinesmodelling_) gepostetes Foto am

Bobby Brederlow

 

<p>Bobby Brederlow ist ein deutscher Schauspieler. Er wurde bereits mit dem Bambi und einer goldenen Kamera ausgezeichnet.</p>

Bobby Brederlow ist ein deutscher Schauspieler. Er wurde bereits mit dem Bambi und einer goldenen Kamera ausgezeichnet.

Foto: Christian Charisius/dpa/picture alliance

Rolf „Bobby“ Brederlow ist ein erfolgreicher deutscher Schauspieler und lebt mit dem Schauspiel seinen Traum. Er war unter anderem schon im „Tatort“, in „In aller Freundschaft“ oder in „Für alle Fälle Stefanie“ zu sehen. Er drehte mehrere Werbespots und Filme. Bekannt wurde er zuerst durch „Liebe und weitere Katastrophen“. Es folgten weitere Filme, zum Beispiel an der Seite von Veronica Ferres oder Uwe Ochsenknecht. Bobby Brederlow hat inzwischen mehrere Auszeichnungen erhalten, unter anderem einen Bambi, die goldene Kamera und 2004 das Bundesverdienstkreuz. Er möchte allen anderen Menschen mit Trisomie 21 sagen, dass es sich lohnt zu kämpfen, um, so wie er, den eigenen Traum zu verwirklichen.

Sujeet Desai

 

Sujeet Desai aus New York ist Profi-Musiker, er hat Abschlüsse von zwei Musikhochschulen und spielt sieben Instrumente. Der junge Mann ist inzwischen in 13 Ländern und jeden US-amerikanischen Staat aufgetreten. Und als wenn das nicht reichen würde, gibt er Workshops und hat schon zahlreiche Preise für sein Engagement für Menschen mit Behinderung erhalten. Außerdem hat er einen schwarzen Gürtel in Tae Kwan Do und hat bei den Special Olympics Medaillen als Schwimmer gewonnen. Sujeet Desai nutzt seine Erfolge um mehr Menschen auf Trisomie 21 aufmerksam zu machen. Er beweist, dass diese Genmutation niemanden von etwas abhalten muss.

Chris Burke

 

Der 50-jährige Chris Burke ist ein amerikanischer Schauspieler, der vor allem durch seine Rolle in der US-Serie „Alles Okay, Corky!“ bekannt wurde. Es war die erste Serie, in der ein mit Trisomie 21 diagnostizierter Schauspieler die Hauptrolle übernahm. In der Serie spielt Burke Charles „Corky“ Thatcher und zeigt die Tücken und alltäglichen Probleme im Leben des Jungen. Für die Rolle wurde er 1990 für einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie nominiert und sie führte zu seinem Durchbruch als Schauspieler. Er spielte daraufhin in weiteren Filmen und Serien wie zum Beispiel „Ein Hauch von Himmel“, „Mona Lisas Lächeln“ oder „Emergency Room“.  

Burke ist Sonderbotschafter der „National Down Syndrome Society“ und Sprecher des „National Down Syndrome Congress“. Mit seinen öffentlichen Auftritten sensibilisiert er für das Thema. Außerdem tritt er als Sänger mit den Zwillingen Joe und John DeMasi mit Folkliedern auf und geht auf Tournee in den USA und Kanada. Die Band hat seit 1993 vier Alben veröffentlicht.

Pablo Pineda

 

Pablo Pineda als Daniel in einer Szene des Films
Pablo Pineda als Daniel in einer Szene des Films "Me too - Wer will schon normal sein?" Foto: Foto: Movienet Film/dpa

Pablo Pinedas Trisomie 21 wurde ihm erst im Alter von sieben Jahren diagnostiziert. Zuvor lernte er schon mit vier Jahren das Lesen und Schreiben und später begann der Spanier ein Lehramtstudium, das er vier Jahre später erfolgreich abschloss. Daraufhin studierte er außerdem Psychologie. Heute arbeitet er als Lehrer in Córdoba und hält weltweit Vorträge für eine Organisation, die sich für die Integration Behinderter einsetzt. In der Vergangenheit arbeitete er bereits als Schauspieler und Moderator im spanischen Fernsehen. Für seine Rolle in dem Film „Me too - Wer will schon normal sein?“ wurde er beim Filmfestival von San Sebastian als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Pineda ist der erste Europäer mit Down-Sydrom, der einen Universitätsabschluss erlangte. 1991 gründete er ein Projekt, das zur gezielten Förderung von Kindern mit Down-Syndrom entsprechende Lehrplänen entwickeltet.

Aya Iwamoto

 

Aya Iwamoto ist einer der drei Menschen mit Down-Sydrom weltweit, die einen Universitätsabschluss erhalten haben. Im Jahr 1998 erhielt sie ihren Abschluss in englischer Literatur an der Frauenuniversität Kagoshima (heute: Shigakukan-Universität). In der Rede des Präsidenten der Universität an ihren Abschlussjahrgang wurde sie für ihre besondere Leistung mit den Worten: „Das muss Hoffnung geben und Menschen mit der gleichen Behinderung ermutigen“ gewürdigt. Heute arbeitet sie als Übersetzerin von Kinderbüchern.

Jamie Brewer

 

<p> </p>

 

Foto: EPA/PAUL BUCK

Die 31-jährige Jamie Brewer ist eine amerikanische Schauspielerin. Sie wurde vor allem durch ihr Mitwirken an der Serie „American Horror Story“ bekannt. Sie spielt bereits seit 1999 in kleineren, regionalen Theatervorstellungen und absolvierte erhielt eine professionelle Schauspielausbildung am Mt. San Jacinto College in Kalifornien.

Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin engagiert sich Brewer in verschiedenen Organisationen, die sich für Menschen mit geistiger Behinderung einsetzen. Genau wie Madeline Stuart lief sie bereits als Model über den Laufsteg auf der New York Fashion Week.

Michael Johnson

 

Michael Johnson ist ein autodidaktischer Künstler, dessen Arbeit unter anderem Aquarelle und Ölgemälde umfassen. Seine farbenfrohen Kunstwerke spiegeln seine Verbundenheit zur Natur und seine Liebe zu Tieren wider.

2001 wurden Johnsons Werke in einer Solo-Ausstellung an der Vanderbilt Universität in Nashville ausgestellt. Er gewann einen nationalen Kunstpreis und einige seiner Werke wurden als Illustrationen für verschiedene Magazine ausgewählt. Außerdem wurde er von der „National Down Sydrome Society“ für seine Arbeit ausgezeichnet.

Tim Harris

 

<p>Tim Harris vor seinem Restaurant</p>

Tim Harris vor seinem Restaurant

Foto: Keith Harris/dpa

Der Amerikaner Tim Harris hat seinen Lebenstraum trotz seiner Behinderung wahr gemacht. In 2012 eröffnete er sein eigenes Restaurant „Tim's Place“ in Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexico.

Er ist nicht nur der Besitzer sondern leitet das Restaurant auch. Mittlerweile beschäftigt er hier 30 Mitarbeiter. Das Besondere an einem Besuch in dem Restaurant ist Tim's herzliche Art. Jeder Besucher wird von Harris persönlich mit einer Umarmung begrüßt. 

Laura Brückmann

 

Die 24-Jährige Laura Brückmann aus Baden-Württemberg ist auch bekannt als „kleine Tänzerin“. Seit sie 12 Jahre alt ist erhält sie Unterricht im Jazztanz und Ballett und seit 2009 hat sie regelmäßig eigene Auftritte als Tänzerin in künstlerischen und sozialpolitischen Kontexten. Außerdem absolvierte sie eine Ausbildung als Tanzassistentin und Serviceassistentin und arbeitet mittlerweile in einer Gemeinschaftsschule und einem integrativen Kindergarten in diesem Beruf.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Mär.2016 | 06:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen