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Bundesliga-Premiere für Freistossspray : Zehn Erfindungen fürs „Jaaah“ und „Hoouuuh“

vom
Aus der Onlineredaktion

In der Bundesliga wird ab diesem Spieltag Freistoßspray benutzt. Es gibt noch mehr schöne Erfindungen. Am Ende geht's um die Wurst.

von
erstellt am 17.Okt.2014 | 14:45 Uhr

1. Mehr Bärte dank Rasierschaumverschwendung: Das Freistoßspray

Das liebe Freistoßspray. Der Rasierschaum für den Fußballplatz. Das Anti-Schummel-Mittel. Die Sprühsahne für den Rasen. Der Abstandhalter zwischen Ball und Mauer beim Freistoß wird seit geraumer Zeit eingesetzt – unter anderem bei der WM 2014 in Brasilien. Das Spray wurde zunächst in Südamerika (Mexiko, Argentinien) eingeführt. In einigen nationalen Ligen wird das Spray bereits angewendet. Darunter in Spanien, England, Italien und Frankreich. In Deutschland startet das Spray an diesem Bundesligawochenende verspätet in den drei Profi-Ligen. Zuvor hatte der TÜV noch Bedenken geäußert, da das Spray Parabene enthalte, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein. Außerdem würde das Flammensymbol auf der Verpackung fehlen.

Die Probleme sind jetzt beseitigt, die Schaumparty kann beginnen. Nach 20 Sekunden bis zwei Minuten ist der Spaß dann vorbei, und das Spray rückstandslos vom grünen Rasen und den bunten Schuhen – sofern der Schiri sich versprüht hat – verschwunden. Der Schaum besteht im Mittel aus ca. 20 % Butangas, ca. 1 % Tensiden und ca. 2 % anderen Substanzen. Der Rest (ca. 77 %) ist Wasser.

2. Big Brother für den Strafraum: Die Torlinientechnik

Fest steht, das Freistoßspray kommt. Und die Torlinientechnik? Die kommt noch nicht. War der Ball drin oder nicht? Diese Frage beschäftigt Fußballfans rund um den Globus. Schiedsrichter richten oftmals Schiet, denn der Ball war doch drin, das Tor allerdings wird nicht gegeben. Die einfache Lösung ist bei den großen Wettbewerben ein Torlinienrichter. Doch auch Technik könnte helfen, wurde sie doch bei der WM in diesem Jahr erfolgreich eingesetzt. Das Problem: Die Kosten sind enorm.

Das System Hawk-Eye (Adlerauge) wird im Fußball bislang nur in der englischen Premier League verwendet. Es klärt seit der Saison 2013/14 strittige Torentscheidungen auf. Mindestens vier Hochgeschwindigkeitskameras erfassen den Torraum, es wird ein 3D-Bild erstellt, welches eindeutig klärt: „Jaaaaaaaaaaaa!!!!“ oder „Hooouuuuhhhh!!“

Mit „Goal Control“ wurde bei der WM 2014 geprüft, ob der Ball die weiße Linie zum Glück überschritten hat. Das System der deutschen Firma verwendet sieben Kameras pro Tor, die am Stadiondach angebracht werden. Die Kameras schießen pro Sekunde 500 Bilder. Die Position wird milimetergenau bestimmt. Nicht etwa Bayern München oder Borussia Dortmund haben dieses System in ihrem Stadion installiert, nein, Alemannia Aachen hat auf dem Tivoli das erste GoalControl-4D installiert. Kosten pro Stadion liegen bei 200.000 Euro. Dann mal gut Schuss!

3. Von wegen nur Leder: Der Chip im Ball

Innenansicht: Ob der Chip im Ball oder eine andere Technologie bei der WM zum Einsatz kommt, wird im April entschieden.  Foto: dpa
Innenansicht: Ob der Chip im Ball oder eine andere Technologie in der Bundesliga zum Einsatz kommt, wird wohl im Dezember entschieden. Foto: dpa
 

„GoalRef“: So heißt das Chipsystem, das im runden Leder seinen Platz bekommen soll. Es ist günstiger als Big Brother für den Torraum, da die Funkübertragung an den Schiedsrichter nicht so aufwändig ist wie die Kameraortung des Balles. Die auf einem Magnetfeld basierende Technik, baut auf drei leichten Spulen auf, die im Ball eingearbeitet sind. Durch Induktion entsteht ein Magnetfeld, sobald das elektro-magnetische Feld im Tor berührt wird. Daraufhin vibriert die Uhr des Schiedsrichters. Getestet wurde es in der dänischen Superliga. Im Dezember 2014 ist die nächste Mitgliederversammlung der Clubs. Dann soll abgestimmt werden, welchem System die 18 Bundesligisten die Entscheidung, ob Tor oder nicht Tor, abnimmt.

4. Von fliegenden Kameras verfolgt: Sky-Cams

Die Sky-Cams sorgen für einen absoluten Rundumblick.
Die Sky-Cams sorgen für einen absoluten Rundumblick. Foto: Imago
 

Die sogenannten Himmelskameras (SkyCam) hängen mittlerweile in jedem großen Stadion „von der Decke“. Neue Perspektiven, interessante Ansichten von oben und Zeitlupen von Freistößen oder Toren sind möglich. Die computergesteuerten Kameras lassen sich vom Boden aus einfach steuern und sind heute nicht mehr wegzudenken.

5. Bitte red' mit mir: Die Schiedsrichterkommunikation

Headset und Funksystem sorgen für die reibungslose Kommunikation des Schiris mit seinen Assistenten. Ein Knopf am Fahnengriff übermittelt ein Vibrations- und Tonsignal an den Schiedsrichter. Die Anschaffungskosten sind hoch, weshalb das System nicht in allen Ligen genutzt wird. Dennoch erleichtert es dem Schiedsrichter die Arbeit. Ebenso ist mit einem Headset die sprachliche Verbindungzwischen Schiedsrichter und Linienrichter gesichert. Seit 2006 wird dies erfolgreich eingesetzt. Weniger Fehlentscheidungen gibt es gefühlt jedoch nicht.

6. Like a Rolling Stone: Der fahrbare Rasen

Fahrbahrer Rasen in der Arena Auf Schalke.
Die Rasenwanne außerhalb des Stadions. Foto: Arena AufSchalke 06/Wikimedia
 

Er ist ein Novum in der Bundesliga. Der Rasen, der fahren kann. Wird nicht Fußball gespielt, lässt sich der Spielfeldrasen der Veltins-Arena auf Schalke innerhalb von dreieinhalb bis vier Stunden komplett aus dem Stadion herausfahren. Seit 2001. So soll der Platz sich regenerieren und nicht durch andere Veranstaltungen beschädigt werden. Die Hydraulik schiebt den Platz auf Schienen ins freie. Die Südkurve der Arena musste deshalb freischwebend über dem Durchlass gebaut werden. Das Rein- oder Rausfahren kostet jedes Mal 13.000 Euro. Wer's hat.

7. Der Regen muss leider draußen bleiben: Wir machen das Dach zu!

Die Esprit-Arena in Düsseldorf kann ihr Dach schließen.
Wie in der Veltins-Arena, lässt sich auch in der Esprit-Arena in Düsseldorf das Dach schließen. Foto: Wikimedia Commons / Alexander Kaiser
 

Das Dach der Veltins-Arena reicht über das komplette Stadion. Über dem Spielfeld kann man entweder die Sonne reinlassen oder den Regen aussperren. Praktisch auch im Winter. Bei Ligaspielen des FC Schalke 04 ist der Teil über dem Platz meist geöffnet, bei extrem schlechten Wetter wird das Stadion aber kurzerhand in eine Halle umgewandelt. Ein Stadion mit verschließbarem Dach gibt es auch in Düsseldorf. Die Esprit-Arena verfügt über 54.600 Plätze.

8. Werbebanner sind out: Wir wollen 3-D

Ein CamCarpet im Berliner Olympiastadion.
Ein CamCarpet im Berliner Olympiastadion. Nur in der richtigen Kameraeinstellung erscheint er am Fernsehbildschirm dreidimensional. Foto: Screenshot kfzteile24

Sie sind seit Jahren in der Sportschau oder im Stadion zu sehen: die Matten neben den Toren, die erst im Fernsehen auferstehen. Die 3-D-Effekt-Matten nennen sich übrigens CamCarpets, was so viel wie Kamerateppiche bedeutet. Möglich ist die dreidimensionale Illusion durch einen schrägen Druck und die richtige Kameraeinstellung. Die gewöhnlichen Veloursteppiche werden lackiert oder bedruckt und individuell auf das Stadion abgestimmt.

9. Nur was leuchtet und blinkt, ist auch toll: LED-Werbebanden

LED-Werbebanden halten Einzug ins Stadion.
Hightech in einer Bande. Foto: Imago/
 

Die alten festinstallierten Bandenwerbungen gehören in Zukunft wohl immer mehr der Vergangenheit an. In Sachen Werbung sind die Macher kreativ, um die 240 Meter Bandenplatz rund um das Spielfeld und darüber hinaus zu nutzen. Ob Cam Carpets oder doppelteilige Werbebanden, die nur im Fernsehen nach etwas aussehen, oder aber LED-Werbebanden. Sie funktionieren wie Videoleinwände, sind programmierbar und eignen sich, animierte Werbebotschaften zu verbreiten. Auch hier bedarf es technischer Kniffe, um den vor allem bei Fotografen bekannten „Moiré-Effekt“ zu minimieren. Das ist das Filmmern im Bild, das durch die verschiedenen Bildwiederholungsraten entsteht.

10. Die essentiellen Dinge: Bierhalter und Stadionwurst

Auf eine ordentliche Stadionwurst freuen sich die meisten Besucher.
Ordentlich Senf muss auf die Stadionwurst. Foto: Imago
 

Was kümmert denn die Werbung im Stadion. Wichtig ist doch nur: Wo kann ich beim Torjubel mein Bier lassen und welche Stadionwurst ist die beste? Abhilfe könnte da ein Bierhalter schaffen, den es offenbar schon zu geben scheint. Die beste Stadionwurst gibt es laut Umfrage übrigens im Bremer Weserstadion. Kritiker können sich dennoch unter stadionwurst.net oder unter www.fussballwurst.de austauschen, ob nicht eine andere Fleischstange im Brötchen mit Senf besser schmeckt.

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