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Hochschulen : Wohnen im Studentenheim - Zimmer platzsparend einrichten

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Bad Honnef (dpa/tmn) – Kein Geld für teure Möbel? Kein Problem - die Studentenbude lässt sich auch anders gemütlich einrichten. Und ein Eimer Farbe für die Wände wirkt manchmal Wunder.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 09:22 Uhr

Schon kleine Ideen reichen, um kostengünstig eine Wohnung einzurichten. Studenten müssen nur ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dabei setzen sie aber häufig den falschen Fokus: Statt teurer Möbel mit allem Schnickschnack sollten sie lieber Wert auf eine ordentliche und gemütliche Grundausstattung der Räume legen.

«Studentenbuden sind meist nicht nur sehr klein, sondern durch häufigen Wechsel verwohnt und wenig einladend», sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef bei Bonn. Meistens wird das hingenommen - denn ewig lebt der Student schließlich darin nicht. Dabei ist sogar aus praktischen Gründen eine kleine Renovierung meist sinnvoll.

Fleckige alte Teppichböden gehören laut Geismann raus – allerdings in Absprache mit dem Vermieter. «Glatte, wischbare Beläge wie Laminat oder fertiges Holzparkett sind nicht nur für Allergiker unter den Studenten sinnvoll», sagt die Wohnexpertin. Statt eines sperrigen Staubsaugers brauchen sie dafür nur Besen und Wischmopp zum Reinigen. Um günstig an Bodenbelag zu kommen, sollten Studenten in Baumärkten oder im Fachhandel nach Restposten fragen.

Für die Inneneinrichterin Katharina Semling aus Oldenburg ist die Wahl der Farben der Schlüssel, sich auch in sehr kleinen Räumen wohlzufühlen. «Wenn ich mich auf drei Farben insgesamt beschränke, kann der Raum ruhig ein wenig vollgestellt sein», meint die Expertin. Sie empfiehlt, die Wände in einem Pastellton zu streichen. Das öffne optisch den Raum und lasse ihn großzügiger wirken.

Alle Möbel sind am besten weiß. Akzente schaffen kräftige Farben etwa bei den Accessoires - «dann wirkt auch die kleinste Muggelhöhle wie eine süße Villa», sagt Semling. Auch Geismann würde vornehmlich helle Farben wählen. «Das weitet nicht nur den Raum, es spart auch Energie, weil man das Licht weniger anstellen muss.» Bei den Möbeln sollten Studenten auf mobile, wandelbare Stücke setzen, rät Geismann. Viele wollten vor allem schnell umziehen können – etwa für ein Auslandssemester. Statt auf einen Schrank setzen sie lieber auf Regale und andere schnell zusammensetzbare Stücke.

Glück hat, wer im Keller oder Speicher von Eltern, Freunden und Verwandten stöbern kann. Semling empfiehlt bei knappem Budget auch, sich auf sogenannten Verschenkemärkten umzusehen, die sich in immer mehr Städten finden. Dort findet man etwa aus Haushaltsauflösungen Möbel, aber auch Kleinigkeiten wie Aktenordner, Bücher oder Kleidung. Eine Fundgrube kann unter Umständen auch eine Sperrmüllsammlung sein. Hier finden sich Schreibtische, Stühle, Regale – und das meiste auch noch in einer Qualität aus Zeiten, als ein Stuhl noch lange halten sollte, sagt Semling.

Beim Zusammenstellen von Möbeln aus verschiedenen Stilrichtungen rät die Designerin, auf die Farbe zu achten und die Stücke so kombinierbar zu machen. Weiße Möbel können gut umgestrichen werden, erläutert Semling. «Dann wird aus der wildesten Zusammenwürfelung eine schöne, interessante Schrankwand mit Designcharakter.» Trotzdem sollte jedes Stück einen praktischen Nutzen haben.

Ganz wichtig ist der Platz zum Schlafen. «Auch wenn man als junger Mensch noch so beweglich ist, ist es keine gute Idee, aus Kostengründen nur eine Matratze auf den Fußboden zu legen», sagt Claudia Wieland vom Fachverband Matratzen-Industrie in Essen. Denn kann an die Unterseite der Matratze keine Luft kommen, bilden sich schwarze Stockflecken sowie Schimmel. Das sei selbst dann der Fall, wenn die Matratze jeden Tag an der Wand aufgerichtet werde, um Platz zu schaffen. «Ein einfache und preisgünstige Unterfederung für die Matratze kostet um die 50 Euro», erklärt Wieland.

Platzsparend ist eine Schlafcouch, auch wenn die kombinierte Nutzung mit Sitzen und Schlafen immer ein Kompromiss ist. Hier sollte laut Geismann darauf geachtet werden, dass man gut liegt. Ansonsten drohen auf Dauer Rückenprobleme.

«Studenten brauchen einen Platz für schriftliches Arbeiten und den Computer oder Laptop», ergänzt Geismann. Einen kombinierten Ess- und Arbeitsplatz können sie selbst bauen: auf zwei höhenverstellbare Böcke kommt eine Platte, schlägt die Möbelexpertin vor. Bücher und Aktenordner werden in wandhohen Regalen verstaut, Schreibutensilien und Bürokram kommen in einen mobilen Container mit Schubladen.

Semling empfiehlt, an versteckten Stauraum zu denken: Eine Truhe kann etwa zum Couchtisch werden. Wintersachen und die Bettwäsche kommen in Unterbettkästen aus Stoff. Aber die goldene Regel für Studenten, die kaum Platz haben, lautet Semling zufolge: Weniger ist mehr. Denn: «Was ich nicht habe, weil ich es eigentlich gar nicht brauche, das muss auch nicht verstaut werden.»

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