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"Die Eleganz der Madame Michel" : Wohlfühl-Film in schönen Bildern

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Magische Momente im Leben der kleinen Paloma: Durch ihre Mitmenschen lernt sie, das Leben wieder zu lieben. Bewegende Geschichte in schönen Bildern.

Noch 165 Tage bis zu ihrem zwölften Geburtstag - dann will Paloma Josse Selbstmord begehen. Das Leben scheint Paloma nicht lebenswert. Jedenfalls nicht so, wie sie es jeden Tag in Paris vor Augen hat: Ihre neurotische und Psychopharmaka schluckende Mutter spricht lieber mit den Grünpflanzen als mit der Tochter. Schwester Colombe ist eine zickige und vom Ehrgeiz zerfressene Studentin, die ihrem Vater - einem Minister - nacheifert. Die Elfjährige vergleicht die Erwachsenen am liebsten mit einem Goldfisch, der im Aquarium immer wieder gegen die Scheiben stößt. Was sollte sie von ihrem Entschluss abbringen?
Für ihr Spielfilmdebüt "Die Eleganz der Madame Michel" sicherte sich die französische Regisseurin Mona Achache die Rechte an dem Buch "Die Eleganz des Igels" - noch bevor der Roman der französischen Philosophieprofessorin Muriel Barbery zum Bestseller wurde.
Zauber unwahrscheinlicher Begegnungen
Was die 29-jährige Filmemacherin an der Geschichte besonders berührt hat? "Dass sie beschreibt, wie absurd Vorurteile sind, und welcher Zauber unwahrscheinlichen Begegnungen innewohnt." Denn plötzlich lernt die eigensinnige Paloma zwei Menschen näher kennen - und das direkt in ihrem Wohnhaus: die Concierge Renée Michel und den Japaner Kakuro Ozu. Renée, eine mürrische Mittfünfzigerin, gehört schon lange zum "Inventar" des Stadtpalais", Ozu dagegen zieht gerade erst ein.
Während zu Beginn des Films Palomas Blick auf die Welt - oft durch ihre Videokamera - gezeigt wird, rückt später Madame Michel in den Mittelpunkt. Die Hausmeisterin igelt sich gern ein und verbirgt ihr wahres Ich hinter Stacheln. Keiner ahnt, dass die leidenschaftliche Leserin in ihrer Wohnung große literarische Werke verschlingt.
Ein Märchen im Heute
Erst dem wohlhabenden Ozu gelingt der Blick hinter die Fassade - eine Liebesgeschichte bahnt sich an. "Die ganze Geschichte erinnert an ein Märchen, und ich habe versucht, den Film entsprechend zu inszenieren", erklärt Regisseurin Achache. "Renée ist das Aschenputtel, Paloma die gute Fee und Kakuro der schöne Prinz."
Vor allem die großartige Schauspielerin Josiane Balasko überzeugt als nach außen ruppige Concierge, die genau so einsam ist wie das Mädchen Paloma (Garance Le Guillermic) und Ozu (Togo Igawa) - und die sich doch noch öffnen und verlieben kann. Balasko, die vor wenigen Tagen 60 Jahre alt wurde, ist so präsent, dass neben ihr alle anderen verblassen. Mut zur Hässlichkeit beweist sie gern: "Ich finde es viel angenehmer und entspannter, als wenn ich gezwungen bin, einen auf sexy oder schön zu machen."
Wie Madame Michel und die beiden anderen Einzelgänger zueinander finden, erzählt Regisseurin Achache in warmen Farbtönen, mit Trickfilmeinlagen als modernes Märchen. Ein Wohlfühl-Film über das Leben und den Tod, über Freundschaft und Liebe.

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erstellt am 04.Mai.2010 | 06:05 Uhr

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