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Wertekanon für Dänemark : Wohlfahrtsgesellschaft, Freiheit und Vertrauen typisch dänisch

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Die Dänen haben die wichtigsten kulturellen Bausteine der dänischen Gesellschaft bestimmt. Der „Danmarkskanon“ wurde am Montag offiziell vorgestellt.

Kopenhagen | Der ehemalige dänische Kulturminister Bertel Haarder (Venstre) hat am Montagmorgen auf dem Hauptbahnhof in Kopenhagen die Ergebnisse des Dänemark-Kanons veröffentlicht. Er hatte die gesamte Bevölkerung zuvor aufgerufen, unter dem Titel „Danmarkskanon“ die wichtigsten kulturellen Bausteine der dänischen Gesellschaft zu bestimmen. 2425 Vorschläge von 66.000 Bürgern gingen ein. 300.000 Dänen beteiligten sich dann an der Abstimmung im Internet. Darunter waren auch Begriffe wie „pølsevogn“ und „hygge“ oder historische Begebenheiten wie der erste dänische Astronaut Andreas Mogensen oder der EM-Sieg bei der Fußball-Europameisterschaft 1992.

Bereits 2006 segnete die damalige Regierung eine Liste mit Gegenständen und Werken ab, die erstmals eine Veranschaulichung des Dänisch-Seins darstellen sollte. Sowohl Sinn und Zweck des Projektes als auch die konkrete Auswahl von Experten waren umstritten.

Unter den zunächst ausgewählten 20 Kanon-Kategorien gehörte auch der Begriff „Platz für Vielfalt“ (Plads for forskellighed), der unter anderem eine Vorbildfunktion des deutsch-dänischen Minderheitenmodells mit den Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 hervorhob.

Zehn Begriffe wählten die Dänen schließlich für ihren Wertekanon aus. Die Wohlfahrtsgesellschaft bekam mit 22.784 Nennungen den größten Zuspruch. Es folgen Freiheit (22.089), Vertrauen (21.965), Gleichheit vor dem Gesetz (19.138), Geschlechter-Gleichberechtigung (18.989), die dänische Sprache (18.808), Vereinsleben und freiwilliger Einsatz (18.108), Gedankenfreiheit (17.797), „Hygge“ (17.531) und christliches Kulturerbe (17.113).

Haarder bezeichnet den „Danmarkskanon“ als die kulturelle DNA des Landes. Er wollte bei der Formulierung die gesamte Bevölkerung einbeziehen, gerade in einer Zeit, wo sich viele Sorgen über die Zukunft und die Basis der eigenen kulturellen Werte machten. Der „Danmarkskanon“ solle das kulturelle Bewusstsein schärfen, so Haarder, der im kommenden Jahr dänischer Generalkonsul in Flensburg werden soll.

Viele dänische Werte kämen aus Deutschland sagte Haarder – nach seinen Worten zum Beispiel der Wohlfahrtsstaat – , andere aus England. Die Dänen hätten es jedoch verstanden, diese Werte zu eigenen inneren Werten zu machen. Sie seien wichtig für die Dänen, können aber auch als Grundlage bei der Integration neuer Bürger dienen. So könne der Kanon auch das Integrationsministerium inspirieren, damit bei Einbürgerungstests nicht nach unwichtigen Dingen wie der Olsen Bande gefragt wird. Auch für den Unterricht in den Schulen habe der neue Kanon Relevanz.

Das Projekt kostete insgesamt rund zwei Millionen Kronen.

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erstellt am 12.Dez.2016 | 11:32 Uhr

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