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Nach Flugzeug-Absturz in Ägypten : Wladimir Putin: Keine russischen Flüge mehr nach Ägypten

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Nach dem Absturz einer russischen Maschine auf der Sinai-Halbinsel, strichen Airlines ihre Flüge in die Region. Tausende Urlauber sitzen fest. Russlands Präsident hat einen Flugstopp verhängt.

Kairo | Wegen des Flugzeugunglücks mit 224 Toten in Ägypten stellt nun auch Russland seine Flüge in das Urlaubsland ein. Präsident Wladimir Putin habe die Regierung angewiesen, einen entsprechenden Vorschlag des Inlandsgeheimdienstes FSB umzusetzen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. Zudem sollten die Behörden den Rücktransport russischer Reisender aus Ägypten organisieren, sagte Peskow. Behördenangaben zufolge befinden sich derzeit 45.000 Russen in Ägypten.

Tausende britische Urlauber sind nach dem Absturz des russischen Passagierjets über dem Sinai an dem Badeort am Roten Meer gestrandet. Britische, irische, niederländische und deutsche Fluglinien haben Flüge in die Region bereits am Mittwoch und Donnerstag eingestellt.

Zuvor hatte FSB-Chef Alexander Bortnikow einen Stopp der russischen Flugverbindungen in das Land am Nil vorgeschlagen. „Bis die wirklichen Gründe für die Vorgänge geklärt sind, halte ich es für nützlich, die russischen Flüge nach Ägypten einzustellen“, sagte er der Agentur Interfax zufolge. „Wir brauchen absolut objektive und bestätigte Daten über die Ursache der Katastrophe“, betonte der Geheimdienstchef.

Im ägyptischen Scharm el Scheich starten an diesem Freitag nur insgesamt acht Flüge, um gestrandete britische Touristen zurück in die Heimat zu bringen. Ursprünglich geplant waren 29 Verbindungen, wie der ägyptische Minister für zivile Luftfahrt, Hussam Kamal, am Freitag erklärte. Ihm zufolge verweigerte Ägypten der britischen Luftfahrtgesellschaft Easyjet zusätzliche Flüge, weil die Kapazität des Flughafens in dem Badeort nicht ausreicht. Die britische Luftfahrtgesellschaft habe 18 Reisen zur selben Zeit geplant, das Gepäck aber vor Ort lassen wollen, sagte Kamal. Die große Menge an Gepäck behindere jedoch den Betrieb am Flughafen. Ägyptische Behörden hatten Easyjet acht zusätzliche Flüge von Scharm el Scheich verweigert, wie die Fluggesellschaft erklärte. Sie sollen so schnell wie möglich in die Heimat gebracht werden.

Großbritannien hält einen Terroranschlag auf den russischen Ferienflieger der Gesellschaft Kolavia am vergangenen Samstag für wahrscheinlich. Die Behörden in Moskau und Kairo haben sich bislang nicht festgelegt. Bortnikow sagte, die Ermittler sollten sich für die Untersuchungen so viel Zeit wie nötig nehmen. Kamal wies die Vermutungen erneut zurück. Ägypten sehe sich einem „erbitterten Krieg“ ausgesetzt, der dem Land schaden solle. Er wies zugleich Meldungen zurück, in Gepäck von Opfern seien Reste von Sprengstoff gefunden worden.

Der russische Zivilschutzchef Wladimir Putschkow sagte, Helfer hätten am Absturzort alle notwendigen Proben von Trümmerteilen gesammelt und für eine Prüfung nach Moskau geschickt. „Die Proben stammen von allen Elementen, an denen Spuren von Sprengstoff sein könnten“, sagte er.

Es gebe bisher keine Reisewarnung für russische Urlauber, teilte die Tourismusbehörde in Moskau mit. „So etwas kann nur das Außenministerium erlassen“, sagte Leiter Oleg Safonow.

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erstellt am 06.Nov.2015 | 15:43 Uhr

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