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Zeitumstellung 2017 : Winterzeit: Mit diesen Weckern stehen Sie besser auf

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Am Sonntag wird die Uhr umgestellt. Ob per App, mit Duft oder durch Licht – mit diesen Weckern stehen Sie stilvoll auf.

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erstellt am 27.Okt.2017 | 19:50 Uhr

In der Nacht von Samstag (28. Oktober) auf Sonntag (29. Oktober) ist es so weit: Die Uhren werden für die Winterzeit wieder eine Stunde zurückgestellt. Wer nicht zufällig Kühe melken muss oder ein Kind im Haus hat, kann also eine Stunde länger schlafen. Aber Winterzeit hin oder her: Aufstehen muss man und nicht allen Menschen fällt das leicht. Wir nehmen die Zeitumstellung zum Anlass, einmal zu schauen, was der Markt derzeit an Weckern bereit hält. Mit diesen fünf Uhren startet man jenseits vom monotonen „Piep“ in den Tag:

Für Genießer:

Wenn morgens der erste Griff zur Kaffeemaschine geht, hilft vielleicht auch der Duft frisch gemahlener Kaffeebohnen. Darauf setzt der „Sensorwake“. Die mit einem Preis von etwa 75 Euro nicht ganz billige Erfindung aus Frankreich hält gleich sieben Duftnoten bereit, die der Wecker zur gewünschten Zeit versprüht: Meeresduft, Croissant, Toast, Schokolade, Pfefferminze, Gras und Espresso. Dazu soll eine sanfte Hintergrundmelodie das Wachwerden erleichtern. Das Parfüm kann in Kapseln geordert werden. Laut Hersteller hält eine Kapsel für 30 Weckvorgänge und in Onlineshops ist eine Kaffee-Kapsel ab etwa fünf Euro zu finden. Die Beschreibung verrät es schon: Dieses Gerät ist nur etwas für Sonntagsaufsteher!

So wirbt der Hersteller für den Duftwecker:

Für die wahren Kaffee-Junkies:

Für den Erfinder des „Barisieurs“ dürfte der Duftwecker nicht konsequent zu Ende gedacht sein. Warum auf Duftkapseln setzen, wenn man sich per Knopfdruck auch gleich einen frischen Kaffee aufbrühen kann? Und das geht so: Man nehme einen edel designten Wecker mit den üblichen Standardfunktionen und ergänze ihn um eine ganz bestimmte Snooze-Taste. Einmal gedrückt setzt sich nämlich eine Apparatur in Gang, die ein wenig an Chemie-Labor erinnert. In einem Glasgefäß kocht Wasser, das über ein Röhrchen in den Filter geleitet wird. Darüber tröpfelt der frisch gebrühte Kaffee direkt ins Glas. Der Wecker klingelt erneut, sobald der Vorgang abgeschlossen ist. Vorm Schlafengehen muss dafür nur Wasser abgefüllt und der Filter mit Kaffee (oder Tee) bestückt werden. Das crowdfinanzierte Gerät soll in diesem Dezember auf den Markt kommen. Anvisierter Preis: 320 US-Dollar.

So soll der Kaffee-Wecker funktionieren:

Für absolute Tiefschläfer:

Das krasse Gegenteil zum Duftgedöns und den Ich-starte-erstmal-ganz-sanft-mit-Kaffee-in-den-Tag-Typen: die „Sonic Bunker Bomb“ (etwa 55 Euro). Nach Sichtung der Funktionsbeschreibung scheint es egal zu sein, ob man sich von diesem Gerät wecken lässt oder in der örtlichen Feuerwache neben das Martinshorn legt. Der Weckton hat eine Lautstärke von 85 Dezibel (ab dieser Lautstärke kann das Gehör Schäden nehmen). Das heißt, er liegt irgendwo zwischen Presslufthammer und Lastkraftwagen. Die Lautstärke lässt sich regulieren. Wem das nicht reicht, der kann dem Weckton ein Blinklicht hinzufügen und ein Vibrationskissen aktivieren. Der Hersteller „Geemarc“ hat dem Wecker passenderweise eine Camouflage-Optik verpasst. Die Rezensionen im Netz sind voll von Kommentaren erleichterter Mütter à la „endlich schafft es mein Sohn pünktlich zur Schule.“

Der Wecker im Test:

Für Sonnenanbeter:

Schlafforscher schwören auf Lichtwecker. Sie simulieren einen Sonnenaufgang mit sonnenlichtähnlichem Licht. 30 Minuten vor der eingestellten Weckzeit erhellt er langsam den Raum, als ob die Sonne aufgehen würde. Darauf reagieren die Augen und die Produktion des Hormons Melatonin soll unterdrückt werden. Die Folge: Wir werden schneller wach und gewöhnen uns schneller an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus. Davon profitieren auch Schwerhörige. Auf dem Markt gibt es mittlerweile viele Lichtwecker. Besonders gut schneidet in Bewertungen Philips HF3520/01 Wake-Up Light ab (ca. 100 Euro).

Der Lichtwecker von Philips.

Der Lichtwecker von Philips.

Foto: Philips
 

Für die Statistiker:

Das Smartphone, dein ständiger Begleiter: Dass Menschen ihr Smartphone mit ins Bett nehmen, ist längst nicht mehr ungewöhnlich. Doch nicht nur zum Hören von Podcasts und Hörbüchern, sondern auch zur Überwachung des Schlafes und zum Wecken, dienen die Alleskönner. Die Appstores bieten jede Menge Lösungen für das sogenannten Schlaftracking. Die Idee: Apps analysieren über die Bewegungssensoren des Smartphones die Schlafphasen und ermitteln so den besten Weck-Zeitpunkt nach einer Tiefschlafphase – auch im Flugmodus. So funktionieren zum Beispiel werbefinanzierte Apps wie Sleep Better (iOS und Android) und die Sleep Cycle Alarm Clock (iOS und Android). Die Statistiken der Apps sollen auch Aufschluss über Auswirkungen von Faktoren wie Sport, Stress und Ernährung auf das Schlafverhalten geben. Zusätzlich zur Bewegungsanalyse werten Apps wie SleepBot (iOS und Android) oder Pillow (iOS) die Geräusche im Schlafzimmer aus. So sollen Nutzer herausfinden können, ob sie schnarchen, im Schlaf sprechen oder schlechter schlafen, wenn es im Haus oder auf der Straße laut ist.

Die Wirksamkeit dieser Apps ist jedoch nicht unumstritten. Durch sie würde der Wecker manchmal sogar früher klingeln als nötig. Unnötig, findet Prof. Ingo Fietze von der Berliner Charité. Man sollte lieber allen Schlaf nutzen, den man kriegen kann, sagte der Mediziner dem Portal „Mobilsicher.de“. In den frühen Morgenstunden lägen ohnehin rund 95 Prozent der Tiefschlafphasen hinter einem. Die Schlafphasenanalyse einiger Schlafüberwachuns-Apps mit Hilfe der Beschleunigungssensoren des Smartphones nennt Fietze „Hokuspokus“. Denn die Bewegungssensoren der Smartphones reichen für eine genaue Messung nicht aus. Für eine zuverlässige Bestimmung der Schlafphasen seien auch Hirnstrommessungen und eine Messung der Aktivität von Augen- und Kiefernmuskulatur nötig. Schlafüberwachungs-Apps können nur erkennen, dass sich jemand bewegt. In welcher Schlafphase das genau geschieht, lasse sich so aber nicht zuverlässig klären.

(mit dpa)

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