Gold, Aktien und Häuser : Wie rentabel sind Mischfonds im Depot?

Bei der Auswahl eines Mischfonds kann ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre helfen. /dpa-tmn
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Bei der Auswahl eines Mischfonds kann ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre helfen. /dpa-tmn

Anleger können mit einem Mischfonds Geld in verschiedene Anlageklassen streuen. Das macht das Portfolio vielfältig - aber nicht unbedingt lukrativ.

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18. September 2019, 10:15 Uhr

Es klingt nach einem Rundum-Sorglos-Paket: Geld in einen flexiblen Mischfonds investieren und abwarten. Diese Investmentfonds umfassen mehrere Anlageklassen, zum Beispiel Aktien, Rentenpapiere, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe.

Ein Fondsmanager lenkt: Sinken die Aktienkurse, schichtet er das Geld um - etwa in Immobilien. Steigt der Goldkurs, dann verteilt der Fondsmanager die Mittel und setzt zum Beispiel weniger auf Rentenpapiere.

Das Spannende: In einem Mischfonds können riskantere Aktien mit ertragsärmeren Anleihen gemischt werden, erklärt Sylvie Ernoult vom Bundesverband deutscher Banken mit Sitz in Berlin. Er eigne sich aber vor allem für die langfristige Geldanlage. «Wie bei sonstigen Aktien oder Fonds auch sollten Schwankungen ausgesessen werden können und der Anlagehorizont weit gezogen sein», so Ernoult. Wer kurzfristig Mittel benötigt, für den bieten sich Mischfonds eher nicht an.

Die laufenden Kosten sind das Hauptproblem

Was für einen Mischfonds spricht: Anleger brauchen sich nicht selbst zu kümmern - der Fondsmanager mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen regelt alles. Zudem gelten Mischfonds, die Anleihen und Aktien mischen, als sicher.

Aber lohnen sie sich unter dem Strich tatsächlich? «Nein», sagt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Mischfonds schaffen es nach seinen Angaben allenfalls phasenweise, die Wertentwicklung eines vergleichbaren Finanzprodukts zu übertreffen.

«Das Hauptproblem ist die Höhe der laufenden Kosten», betont Mai. Sie beginnen ihm zufolge meist bei 1,5 Prozent pro Jahr und liegen teilweise deutlich über zwei Prozent. Hinzu kommen noch Ausgabeaufschläge. Vor allem der Verwaltungsaufwand ist teuer: Denn um das Risiko zu streuen werden verschiedene Anlageklassen bedient.

Dazu kommt, dass ein mehr oder weniger großer Teil des Geldes in Anleihen investiert wird, die nur geringe Renditeaussichten haben. «Wenn der Erwerb von Fondsanteilen auch noch fünf Prozent kostet, dann steht das für Anleger insgesamt in keinem ausgewogenen Verhältnis», so Mai.

Vor der Anlage die Entwicklung nachverfolgen

Wer trotz der Kosten in einen Mischfonds investieren will, sollte mit Bedacht vorgehen. «Wenn man ein Angebot liest und sich denkt, dass das ein toller Fonds ist, dann bloß nicht gleich kaufen», rät Christian Exner von der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH in Düsseldorf. Er empfiehlt, sich das Factsheet zu dem Fonds in Ruhe durchzulesen und sich zu überlegen, ob der Fonds tatsächlich zum eigenen Anlageverhalten passt.

«Wichtig ist auch, sich anzuschauen, wie sich der Fonds in den vergangenen drei bis fünf Jahren entwickelt hat», so Exner. Welche Renditen wurden erzielt, wie stabil war der Fonds in schwachen Marktphasen? «Je konsistenter sich ein Fonds über eine längere Zeit in seiner Entwicklung zeigt, desto besser für den Anleger», betont Exner.

Seltene Wechsel deuten auf feste Strategie hin

Anleger sollten nach seinen Angaben auch darauf achten, ob über die Jahre hinweg immer der gleiche Fondsmanager in Verantwortung war. «Ist dies der Fall, dann ist dies ein gutes Zeichen», sagt Exner. Es zeigt, dass langfristig gedacht und mit dem Fonds eine feste Strategie verfolgt wird. Weniger positiv ist es, wenn der Fondsmanager ständig wechselt - «ein Wechsel bringt immer Veränderung, womöglich eine neue Strategie und damit letztendlich auch ein Stück Unsicherheit mit», erklärt der Finanzexperte.

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