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Frankreich : Wie ein kleines Bistro über Nacht zum Sterne-Restaurant wurde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einen unerwarteten Feinschmecker-Ansturm erlebte ein Bistro in der Stadt Bourges. Grund war eine Verwechslung.

Bourges | Überraschung für Wirtin Véronique Jacquet: Ihr kleines Bistro in der französischen Stadt Bourges wurde in der vergangenen Woche von Feinschmeckern geradezu überrannt, ständig gab es Anrufe von Franzosen, die einen Tisch reservieren wollten. Dabei ist die Speisekarte des Bouche à Oreille nicht unbedingt Aufsehen erregend: Das gutbürgerliche Fleischgericht Boeuf Bourguignon gibt es ab 12,50 Euro, auch Lasagne ist im Angebot.

Der Grund für den Ansturm war eine Verwechselung: Für eine Woche trug das bescheidene Bistro einen Michelin-Stern, jedenfalls der Online-Ausgabe des weltbekannten Restaurantführers zufolge. Der Stern galt aber eigentlich dem Edel-Restaurant Bouche à Oreille (zu deutsch: Mundpropaganda) im 200 Kilometer nördlich gelegenen 400-Einwohner-Örtchen Boutervilliers. Die Autoren des Guides hatten schlicht die Lokale verwechselt. Gegenüber der Zeitung „Le Parisien“ sagte Wirtin Véronique Jacquet, mit ihren vier Kellern sei sie kaum gegen den Ansturm angekommen – auch besonders viel Platz habe sie nicht.

Nach einer Woche wurde der Irrtum bemerkt und korrigiert. Im eigentlich mit dem Stern ausgezeichneten Bouche à Oreille nahm man die Geschichte mit Humor: „Es war eine kleine Ungeschicklichkeit, die niemandem geschadet hat, und es wurde korrigiert“, sagte Chefkoch Aymeric Dreux. Seine Kollegin in Bourges blieb ebenfalls gelassen. Auf die Frage, ob sie nicht doch heimlich von einem Stern träume, sagte Köchin Pénélope Salmon dem „Parisien“: „Nein, nicht im Geringsten. Ich koche mit dem Herzen.“

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erstellt am 22.Feb.2017 | 11:48 Uhr

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