Naina und das Schulsystem : Wie der Schulfrust eine 17-Jährige zum Twitter-Star macht

Die 17-jährige Naina aus Köln löste mit ihrem Twitter-Post zahlreiche Diskussionen über das Schulsystem aus.
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Die 17-jährige Naina aus Köln löste mit ihrem Twitter-Post zahlreiche Diskussionen über das Schulsystem aus.

Mit ihren Äußerungen auf Twitter löst die Schülerin Naina aus Köln eine öffentliche Diskussion aus. Sogar die Bildungsministerin meldet sich zu Wort.

shz.de von
15. Januar 2015, 12:18 Uhr

Die Schulzeit soll den Grundstein für eine spätere Karriere legen, erst recht wenn man kurz vor dem Abitur steht. Da wird das Schreiben von Inhaltsangaben eingeübt, der Mechanismus der Fotosynthese gepaukt, über das politische System oder aber über verschiedene Weltreligionen diskutiert. Doch ist das alles, was man fürs Leben wissen muss? Bleiben alltägliche Dinge auf der Strecke?

Die 17-jährige Naina aus Köln steht kurz vor dem Abitur und hat das Schulsystem in einem öffentlichen Post auf Twitter kritisiert – und damit eine Debatte ausgelöst:

Naina fühlt sich alles andere als gut vorbereitet aufs Leben. Ihr Tweet – einer von Millionen an diesem Tag – wird über Nacht tausendfach geteilt, sie kommt ins Fernsehen und wird im Radio interviewt. Man merkt schnell: Das Thema wird ernst genommen. Auf den ganzen Trubel gibt sich die Schülerin selbstbewusst und steht mutig zu ihren Worten: „Die meisten finden das richtig gut, dass das endlich mal zur Sprache kommt und dass diese Diskussion endlich mal wieder einen Platz findet“, sagt die 17-Jährige in einem Interview mit dem Sender RTL.

Viele Lehrer weisen die Kritik zurück: In der Schule werde eine grundlegende Bildung vermittelt, mit der sich die lebenswichtigen Dinge selbst aneignen lassen, sagt zum Beispiel Jochen Nagel von der Gewerkschaft für Erziehung und Bildung in dem Interview mit dem Sender.

Sogar die Bildungsministerin Johanna Wanka reagiert auf den Twitter-Post und sieht die Debatte positiv. Sie freut sich über die öffentliche Kritik und sieht sie als Anlass etwas zu ändern. Sie sei sehr dafür, mehr Alltagsfähigkeiten an der Schule zu vermitteln, sagte sie. Trotzdem bleibe es wichtig, Gedichte zu interpretieren.

Zahlreiche Zusprüche folgten auf Nainas Tweet, jedoch auch scharfe Kritik. Trotz allem sieht die 17-Jährige das eher locker und nimmt sich lieber selbst auf die Schippe. In einem anderen Post bezieht sie sich auf ihren Rechtschreibfehler:

Naina twittert unter dem Pseudonym nainablabla, hat inzwischen etwa 14.000 Follower und wird am Donnerstagabend sogar bei TV-Total auf der Couch von Stefan Raab sitzen. Das Thema scheint Anklang zu finden – wenn auch nicht immer positiven. Einige User regen sich über die Schulkritik auf:

Andere sind froh, damals praktische Dinge in der Schule gelernt zu haben:

Einige stimmen mit dem Twitter-Post der 17-Jährigen überein:

Ein User scheint zu wissen, wie die Lösung aussehen kann:

Was halten Sie von Nainas Kritik? Müssten mehr Alltagsfähigkeiten in der Schule vermittelt werden?

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