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Gefährliche Mücken : WHO warnt vor Ausbreitung des Zika-Virus in Europa

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Besonders gefährdet sind Madeira sowie die Schwarzmeerküste in Georgien und Russland. Auch weitere Mittelmeerländer sind betroffen.

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2016 | 13:29 Uhr

Die WHO befürchtet, dass sich das gefährliche Zika-Virus ab dem Frühsommer auch in Europa ausbreiten könnte. In Deutschland besteht jedoch laut einem Bericht des europäischen Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation vom Mittwoch ein geringes Risiko.

Mit dem Zika-Virus hatten sich zuletzt besonders häufig Menschen in Brasilien infiziert. Das Virus wird für Schädelfehlbildungen von Babys verantwortlich gemacht, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben. Die sogenannte Mikrozephalie führt meist zu geistiger Behinderung.

Man appelliere insbesondere an die Länder mit erhöhtem Risiko, ihre nationalen Kapazitäten zur Bekämpfung des Virus auszuweiten, sagte die WHO-Direktorin für Europa, Zsuzsanna Jakab. Ein größerer Zika-Ausbruch müsse vermieden werden.

Gefährdet seien vor allem die Insel Madeira und die Schwarzmeerküste in Georgien und Russland. Dort komme die Gelbfiebermücke Aedes aegypti vor, durch die das Virus vor allem übertragen werde.

Ein mäßiges Risiko besteht in 18 Ländern, darunter sind viele Mittelmeerstaaten wie Frankreich, Italien, Spanien, Kroatien, Griechenland und die Türkei, wo die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) das Virus weitergeben könnte. Zur europäischen WHO-Region gehören 53 Länder, darunter etwa auch ganz Russland.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sich erstmals ein Mensch in Deutschland mit dem Zika-Virus angesteckt hat. Eine Frau infizierte sich beim ungeschützten Sex mit ihrem Partner, der nach einem Aufenthalt in Puerto Rico erkrankt war. Das Zika-Virus wird in erster Linie durch den Stich bestimmter infizierter Mücken übertragen und ist derzeit vor allem in Mittel- und Südamerika und der Karibik verbreitet.

Für seine Untersuchung hat das WHO-Büro aus der „Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung des Zika-Virus an sich“ und der „vorhandenen nationalen Kapazitäten zu Vorsorge und schneller Eindämmung örtlich auftretender Übertragungen“ ein Risiko errechnet.

Von Reisen in Mittelmeerländer rät die Weltgesundheitsorganisation wegen des höheren Risikos dort aber nicht ab. Gegen Mücken sollten sich Urlauber und Einheimische mit langärmliger Kleidung schützen.

Bei Erwachsenen, die sich mit dem Zika-Virus infiziert haben, treten in einigen Fällen Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Bindehautentzündung und manchmal Fieber auf.

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