Nasa & Co. reagieren : „Weltall-Shirts“ nur für Jungs? Fünfjährige stößt Geschlechter-Debatte an

<p>Ob sie wie ein Junge aussehe, fragte die fünfjährige Molly ihre Mutter - und die stellte das Foto ihrer Tochter im Weltraum-Shirt dann ins Internet.</p>

Ob sie wie ein Junge aussehe, fragte die fünfjährige Molly ihre Mutter - und die stellte das Foto ihrer Tochter im Weltraum-Shirt dann ins Internet.

Eine Mutter bittet das Netz beim Thema geschlechtsspezifische Kleidung um Hilfe – und viele Wissenschaftler antworten.

shz.de von
04. Juni 2018, 19:01 Uhr

Hamburg | Sind Weltraum-T-Shirts nur für Jungs? Und solche mit Einhorn-Motiven dagegen ausschließlich für Mädchen? Nachdem sich die fünfjährige Molly aus dem kleinen Delta im US-Bundesstaat Colorado ein Weltall-Shirt aus der Jungs-Abteilung eines Supermarktes ausgesucht hat, ist sie sich selbst nicht sicher. Ihre Mutter gibt die Frage an die Twitter-Gemeinde weiter – und bekommt zahlreiche aufmunternde und inspirierende Antworten. Auch viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sowie Astronauten und Astronautinnen melden sich zu Wort. 

„Das ist meine Tochter Molly. Sie ist fünf Jahre alt“, beginnt Twitter-Nutzerin „tionalyn“ ihren Post. Molly sei ganz begeistert gewesen, als sie ihr neues Weltall-Hemd bekommen hat, schreibt die Mutter. Als das Mädchen sich später aber im Spiegel angesehen hat, fragte sie, ob sie wie ein Junge aussieht, der einen Rock trägt.

„Ich habe nein gesagt und gefragt, warum sie das denkt“, schreibt die Mutter weiter. Molly liebt das Weltall und alles, was damit zu tun hat. Seitdem sie drei Jahre alt ist, will sie Astronautin werden. „Aber Walmart und Target verkaufen Weltall-Shirts nur in der Jungs-Abteilung“, entgegnet Molly. 

„Ich habe mich mit ihr hingesetzt und ihr erklärt, dass Mädchen großartige Dinge leisten können“, schreibt die gelernte Krankenschwester und erklärt ihrer Tochter, dass auch Frauen ins Weltall fliegen und Astronautinnen werden, dass sie Dinge entdecken und an den Raketen arbeiten. Und auch Molly könne das natürlich tun.

„Es gibt keine 'Jungs'- und 'Mädchen'-Abteilung bei Raumanzügen“

„Dutzende Frauen sind im Laufe der Jahre im Weltall gewesen und wir bilden weiterhin Astronautinnen aus“, antwortet die Nasa, die zivile US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft, über ihren Twitter-Account auf den Post. „Greif' nach den Sternen, so wie Christina H. Koch es getan hat, die im April für uns in das Weltall fliegen wird.“

Auch der Nasa-Astronaut Doug Wheelock meldet sich auf die Nachricht, sendet Grüße von den Astronauten und Kosmonauten, die sich momentan in Russland und Kasachstan auf ihren nächsten Einsatz vorbereiten und schickt dazu ein paar Fotos - unter anderem von der US-amerikanische Astronautin Serena M. Auñón-Chancellor, die ebenfalls mit Wheelock trainiert und in diesen Tagen ihren ersten Raumflug absolvieren soll. „Es gibt keine 'Jungs'- und 'Mädchen'-Abteilung bei Raumanzügen“, schreibt er und endet den Post mit den Worten: „Deine Zukunft ist nur durch deine Vorstellungskraft begrenzt.“

Viele weitere Wissenschaftler äußern sich auf den Post und sprechen Molly Mut zu: Die Planetologin Lori Fenton beispielsweise schickt ein Foto von ihren Untersuchungen in der Gipswüste „White Sands“ im Tularosa-Becken im Süden des US-Bundesstaates New Mexico...

 

... und die Biologin Helen Findlay schreibt: „Deine Tochter ist großartig.“ Sie solle nie auf jemanden hören, der ihr sagt, sie könne nicht ihre Träume leben. Findlay selbst habe im Alter von elf Jahren zu hören bekommen, dass sie niemals Meeresbiologin sein könne - und postet darunter ein Foto von sich, in dem sie genau diesen Job ausübt - als Teil eines Team aus fünf Frauen und drei Männern.

 

Die Mutter stößt mit ihrem Twitter-Post über Tochter Molly aber vor allem auch eines an: Das Thema geschlechtsneutrale Kinder-Kleidung - das in der Vergangenheit immer wieder für kontroverse Diskussionen gesorgt hat.

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