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Hamburg Tatort „Der grosse Schmerz“ : Wegen Terror in Paris: Neuer „Tatort“ mit Til Schweiger verschoben

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Die ARD nimmt Rücksicht auf die Opfer der Pariser Terroranschläge und verschiebt zwei „Tatort“-Folgen mit Til Schweiger.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 13:50 Uhr

Hamburg | Aus Respekt vor den Opfern der Anschläge in Paris verschiebt die ARD die für diesen Monat geplante „Tatort“-Doppelfolge mit Til Schweiger (51) ins nächste Jahr. „Der große Schmerz“ sollte ursprünglich am kommenden Sonntag (22. November) und eine Woche später  „Fegefeuer“ (29. November) zu sehen sein.

„Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht“, teilte der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Frank Beckmann, am Montag in Hamburg mit. Als neuen Termin für die Hamburg-Folgen mit Kommissar Nick Tschiller nannte Beckmann „voraussichtlich Januar“.

Laut „Stern“ kämpfte Til Schweiger dafür, die Ausstrahlung nicht abzusagen. Dem Magazin sagte er: „Die Terror-Anschläge in Paris haben mich unglaublich wütend, traurig und fassungslos gemacht. Ich finde aber, wir sollten uns nicht von Terroristen diktieren lassen, wie wir leben sollen, uns nicht unsere Freiheit rauben lassen, und dazu gehört auch die, was wir im Fernsehen zeigen.“

Die neuen Tatort-Folgen mit Til Schweiger sorgten bereits vorab für Gesprächsstoff. Der Norddeutsche Rundfunk will Journalisten die zweite Folge nicht vorab zeigen.  „Die redaktionelle Entscheidung, den Tatort ,Der große Schmerz' nicht vorab zu zeigen, hat inhaltliche Gründe. Den Zuschauerinnen und Zuschauern soll nicht die Spannung genommen werden“, begründete der NDR gegenüber der Berliner Tageszeitung seine Entscheidung.

Der dritte Teil der „Tatort“-Trilogie mit dem Titel „Off Duty“ soll nicht im Fernsehen, sondern am 4. Februar im Kino zu sehen sein.

An den freigewordenen Sendeterminen müssen „Tatort“-Fans aber nicht auf den gewohnten Krimi verzichten. Das Erste zeigt zwei andere „Tatort“-Premieren: Am 22. November ist Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm in „Spielverderber“ im Einsatz. Eine Woche später ermittelt Axel Milberg in „Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes“.

Die ARD ist nicht der einzige Sender, der sein Programm wegen der Anschläge ändert. RTL II hatte bereits am Samstagabend den Kriegsfilm „Jarhead - Willkommen im Dreck“ durch das Bergsteigerdrama „Vertical Limit“ ersetzt, im Anschluss wurde an Stelle des Irak-Thrillers „Green Zone“ der Haifisch-Horrorfilm „The Reef - Schwimm um dein Leben“ gesendet.

Auch der US-Sender CBS kündigte am Montag an, eine für diese Woche geplante Episode seines Hits „NCIS: Los Angeles“ nicht zu zeigen.

Auch eine Folge der neuen Serie „Supergirl“ werde vorerst verschoben. Bei „NCIS“ geht es um ein vermisstes Mädchen, das verdächtigt wird, sich einer Terrororganisation angeschlossen zu haben. „Supergirl“ sollte eigentlich die fiktive National City vor einer Serie von Bombenanschlägen retten. Beide Episoden würden noch gezeigt, aber erst später im Jahr. Für diese Woche würden andere Folgen vorgezogen.

Die Pariser Anschläge sind nicht das erste Schreckenereignis in diesem Jahr, das Konsequenzen für das deutsche Abendprogramm hat. RTL wollte sein Drama „Starfighter - Sie wollten den Himmel erobern“ über eine Absturzserie in der deutschen Luftwaffe ursprünglich Anfang April zeigen. Doch nach dem Absturz der Germanwings-Maschine am 23. März in den Französischen Alpen mit 150 Toten entschieden die RTL-Verantwortlichen, den Ausstrahlungstermin aus Respekt vor den Gefühlen vieler Menschen auf den 12. November zu verschieben.

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