Weg mit den Vorräten: "Spice" ist verboten

Handel und Besitz werden künftig in Deutschland unter Strafe gestellt.

shz.de von
22. Januar 2009, 03:59 Uhr

Berlin | Die Modedroge Spice ist in Deutschland verboten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin sind damit die Herstellung, der Handel sowie der Besitz der Kräutermischung nach dem Betäubungsmittelgesetz untersagt. Die Eilverordnung gelte zunächst für ein Jahr, die innerhalb dieses Jahres durch eine dauerhafte Regelung abgelöst werden soll. Ministerin Ulla Schmidt (SPD) begründete am Mittwoch den Schritt mit den gesundheitsschädlichen und nicht zugelassenen Stoffen in Spice.

Die Droge hatte in den vergangenen Monaten in der Szene eine große Beliebtheit erlangt, da sie ähnlich wirkt wie Marihuana, aber bisher legal zu beziehen war und bei Urinproben nicht nachzuweisen war.

Nach Angaben der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing (SPD) ist der Nachweis erbracht worden, dass die Hersteller dieser Kräutermischungen "gezielt berauschende Stoffe zugesetzt haben und der Verkauf als harmloser Räucherduft ein klarer Etikettenschwindel ist". Sie warnte gestern, die Konzentrationen dieser Wirkstoffe seien völlig unterschiedlich: "Jeder Konsum ist damit höchst riskant." Bätzing äußerte sich zuversichtlich, dass mit dem Verbot die Nachfrage nach Spice stark zurückgehen werde.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat auf Antrag einer Landesbehörde den Angaben zufolge zwei Spice-Mischungen ("SMOKE Aromatherapy Incense" und "Genie Enjoy Genie Blend") als zulassungspflichtige Arzneimittel eingestuft.

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