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Schwindender Permafrost : Wasserschaden in globaler Saatgutbank auf Spitzbergen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Erkenntnis kommt unerwartet früh: Das Saatgut-Depot in der Arktis muss vor dem Klimawandel geschützt werden.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 10:14 Uhr

Spitzbergen | Ein als besonders sicher geltendes Saatgut-Depot in der Arktis ist vom Klimawandel bedroht und soll besser geschützt werden. Im „Global Seed Vault“ auf der zu Norwegen gehörenden arktischen Inselgruppe Spitzbergen lagern Pflanzensamen aus der ganzen Welt bei Minusgraden, um im Falle von Naturkatastrophen, Seuchen oder auch Kriegen auf sie zurückgreifen zu können.

Einer der Gründe für den Wasserschaden ist die globale Erwärmung. Die Permafrostböden weisen wie auch in vielen Gebieten Alaskas seit Jahren steigende Temperaturen auf. Setzt sich der Trend fort, wird der Standort nur unter enormen Mehrkosten zu halten sein.

Doch nach starken Regenfällen und Schneeschmelze wegen einer Hitzewelle war im vergangenen Oktober Wasser in einem Zugangstunnel entdeckt worden, wie die Behörden in Norwegen mitteilten. Es sei Wasser in den Eingangsbereich des Bauwerks eingedrungen, Saatgut sei dabei nicht beschädigt worden.

Im Herbst 2016 hatten sich die Außentemperaturen besonders hoch gezeigt. Sie lagen 7,4 Grad über dem langjährigen Mittel. „Dass wir schon zehn Jahre nach der Einweihung Probleme mit unstabil werdendem Permafrost haben könnten, hat damals niemand vorhergesehen“, zitiert die „taz“ Njå Aschim, den Kommunikationschef der norwegischen Staatsbaugesellschaft Statsbygg. „Wir bauten aufgrund von Vorhersagen, dass das hier ein wirklich solider Permafrostgrund ist“.

<p>Hier lagert das Nutzplanzenvermächtnis der Menschheit.</p>

Hier lagert das Nutzplanzenvermächtnis der Menschheit.

Foto: dpa

Nun werden den Angaben zufolge unter anderem wasserdichte Schutzwände gebaut, Wärmequellen in dem Tunnel entfernt und Entwässerungsgräben ausgehoben. Die im Jahr 2008 eröffnete Samenkammer liegt in einer stillgelegten Kohlegrube außerhalb der Stadt Longyearbyen. Ein futuristisch anmutender Eingang führt ins Innere. Dort können bis zu 2,5 Milliarden Samen aufbewahrt werden. Im März wurde auch ein Archiv für wichtige Dokumente aus aller Welt eingerichtet.

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