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Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Warum wir an Weihnachten Geschenke machen

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Keine Wäsche zwischen den Feiertagen aufhängen: Dieser Brauch ist in SH verbreitet. Aber welche Brauchtümer gibt es noch? shz.de stellt in einer Serie einige Bräuche rund um die Feiertage vor. Heute: das Schenken.

shz.de von
erstellt am 24.12.2014 | 11:45 Uhr

Alles dreht sich nur ums Schenken und Kaufen: So mag es einigen in der heutigen Zeit vorkommen. Allerdings hat das Schenken ursprünglich eine andere Bedeutung. Denn eigentlich beschenkte man die Armen und Bedürftigen, um sie am Weihnachtsfest teilhaben zu lassen. Später übertrug man Geschenke als Belohnung für gute Leistungen vom Nikolausbrauch auf das Weihnachtsfest. Auch von einem Neujahrsbrauch ging ein Teil in das weihnachtliche Schenken über: Gaben, die man als Dank für geleistete Arbeit seinen Bediensteten übergab.

In Brandenburg war es Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, der 1663 die Bescherung einführte. Pünktlich um 16 Uhr sang die Familie Weihnachtslieder, ehe es um 17 Uhr Geschenke für die Kinder gab.

Das Bürgertum nahm sich aber nicht nur daran ein Beispiel. Der Adel pflegte seine Weihnachtseinkäufe auf Weihnachtsmärkten zu machen. König Friedrich Wilhelm I und Friedrich der Große besuchten die Märkte – und das Bürgertum folgte.

Bei Familien, die in ärmeren Verhältnissen lebten, gab es oft Nützliches und zunächst auch nur für die Kinder:  Eine neue Hose für den Jungen und eine selbstgenähte Schürze für das Mädchen. Einen Teller mit allerlei Zuckergebäck gab es, dazu Äpfel, bei dem in einem eine besondere Überraschung wartete: ein Geldstück.

In Schleswig-Holstein war das Beschenken der Kleinen in der Mitte des 19 Jahrhunderts noch nicht überall verbreitet. Zeitungsanzeigen aus der Zeit zeigen aber, dass es in den Städten bei wohlhabenden Familien durchaus verbreitet war. 1832 werden in Heide als Geschenk empfohlen: Nürnberger Spielzeug, Wiener Seidenlocken, Pfeifenköpfe und Bücher.

Zwei Dinge dürften überall in Schleswig-Holstein gleich gewesen sein: Die Geschenke lagen unter dem Weihnachtsbaum oder auf einem Gabentisch neben der Tanne. Und bevor man die Geschenke auspacken durfte, mussten die Kinder in einem dunklen Zimmer warten, ehe sie hereingerufen wurden.

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