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Warum gibt es eigentlich Schaltjahre?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2016 | 18:04 Uhr

Alle vier Jahre hat der Kalender ein zusätzliches Datum: den Schalttag 29. Februar. Auch 2016 ist ein Schaltjahr. Der Einschub ist nötig, weil die Erde 365,2422 Tage für einen Lauf um die Sonne braucht. Ohne Schalttag würde sich also das Datum im Kalender jedes Jahr um fast einen viertel Tag gegenüber der Jahreszeit verschieben: Nach etwa 350 Jahren wäre im Dezember Frühlingsanfang.

Schon die Ägypter kannten das Problem. Pharao Ptolemaios III. ordnete 238 vor Christus im Dekret von Kanopus für jedes vierte Jahr einen Schalttag an. Etwa 200 Jahre später übernahm Cäsar das für seinen Julianischen Kalender. Doch auch mit dieser Korrektur war das Kalenderjahr noch elf Minuten und 46 Sekunden länger als ein Sonnenjahr. Nach 128 Jahren summiert sich diese Differenz zu einem ganzen Tag. 1582 passte Papst Gregor XIII. den Kalender der Wirklichkeit an. Er ließ zehn Tage ausfallen, auf den 4. folgte der 15. Oktober. Außerdem strich er im bis heute geltenden Gregorianischen Kalender einige Schaltjahre. Sogenannte Säkularjahre am Jahrhundertanfang, deren Zahl nicht durch 400 teilbar ist, haben darum keinen längeren Februar mehr. So waren 1800 und 1900 also keine Schaltjahre, wohl aber 2000.

Was einst Pharao, Kaiser und Papst regelten, ist in der Bundesrepublik in der DIN-Norm 28601 verankert. Für etwa 55  000 Deutsche heißt das amtlich bestätigt: Nur alle vier Jahre gibt es eine Geburtstagsfeier am „echten“ Datum. Ein betroffener Kieler wandte sich deswegen im Schaltjahr 2000 sogar an die Vereinten Nationen. Die von ihm initiierte UN-Petition „zur dauerhaften Einführung des 29. Februar“ blieb aber erfolglos.

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