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Tag des Waldes 2015 : Wald in SH: Von Rehen, Stürmen und Rekorden

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Schleswig-Holstein ist das waldärmste Bundesland. Was Sie noch über den Wald im Land wissen müssen.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 19:22 Uhr

Schleswig-Holstein wird zu rund 10 Prozent von Wald bedeckt – damit ist das Bundesland waldärmstes Flächenland in Deutschland. Auf einen Schleswig-Holsteiner entfallen etwa 600 Quadratmeter Wald, auf Bundesebene sind es etwa 1400 Quadratmeter. Fragen und Antworten zum Wald im nördlichsten Bundesland. Am Samstag ist der Tag des Waldes – dieser entstand bereits in den 1970er Jahren als damalige Reaktion auf die weltweite Waldvernichtung. Jährlich findet der Aktionstag am 21. März statt.

Wie viel Hektar Wald gibt es in SH?

Rund 162.500 Hektar von Schleswig-Holstein sind mit Wald bedeckt. Gemessen an der Gesamtgröße des Landes liegt das nördliche Bundesland mit einem Waldanteil von rund 10,3 Prozent weit hinter dem Bundes-Durchschnitt. Bezogen auf die jeweilige Landesfläche haben die Bundesländer Rheinland-Pfalz mit 42,1 % und Hessen mit 47,1 % die größten Waldanteile in Deutschland. Ein Vergleich macht den Unterschied besonders deutlich: Auf einen Schleswig-Holsteiner entfallen pro Bürger 600 Quadratmeter Wald, auf Bundesebene sind es etwa 1400 Quadratmeter. Ein Ziel der Landesregierung ist es, langfristig den Waldanteil in Schleswig-Holstein zu erhöhen.

Wie verteilt sich der Wald in SH?

Nördlich des Nord-Ostsee-Kanals ist Schleswig-Holstein weniger bewaldet – im Süden hingegen gibt es große zusammenhängende Wälder: den Sachsenwald mit insgesamt 5500 Hektar im Kreis Herzogtum Lauenburg, den Segeberger Forst mit 4000 Hektar und den Ricklinger Forst im Kreis Segeberg mit 2000 Hektar. Der Kreis Dithmarschen hat mit 3,3 Prozent den geringsten Waldanteil in Schleswig-Holstein.

Welche Bäume wachsen in den schleswig-holsteinischen Wäldern?

Die Wälder im nördlichsten Bundesland sind nach dem Saarland die laubwaldreichsten in der Bundesrepublik: Über 65 Prozent der Waldfläche in Schleswig-Holstein ist von verschiedenen Laubbäumen bedeckt. Bei der Waldzustanderhebung 2014 wurden insgesamt 29 Baumarten erfasst. „Neben den Hauptbaumarten Kiefer, Fichte, Buche und Eiche kommt in den Wäldern Schleswig-Holsteins eine Vielzahl weiterer Baumarten vor“, heißt es in dem Bericht. „Zu den anderen Laubbäumen gehören Ahorn, Linde und Hainbuche. Am stärksten vertreten ist die Birke, gefolgt von der Esche und der Erle.“

Welche Tiere sind in den nördlichen Wäldern beheimatet?

Zahlreiche Tierarten sind in Schleswig-Holstein auf einen Wald als funktionierendes Ökosystem angewiesen. Von Feldhasen und Waschbären über Rotfüchse, Wildschweine bis hin zu Rehen und Fischottern bewohnen verschiedene Arten die Wälder. Rehe sind dabei eine der erfolgreichsten Tierarten: Auf dem gesamten Festland hat sich die kleinste Hirschart in Schleswig-Holstein angesiedelt – nur auf einigen Inseln und Halligen sind die Tiere noch nicht beheimatet. Der Fischotter hingegen hat sich in Schleswig-Holstein bisher nur vereinzelt angesiedelt: Hauptsächlich ist das Tier im ostholsteinischen Hügelland verbreitet, im Norden wurden Fischotter bisher nur vereinzelt zum Beispiel im Eider-Treene-Sorge-Gebiet gesichtet.

Wem gehört der Wald in Schleswig-Holstein?

Mit bis zu 51 Prozent ist ein hoher Anteil in privatem Besitz. Knapp ein Drittel des schleswig-holsteinischen Waldes nennt die Anstalt Schleswig-Holsteinische Landesforsten (SHLF) ihr Eigen. Der restliche Wald gehört mit 15 Prozent verschiedenen Kommunen und Städten.

Wo steht der dickste Baum im Land?

Gemessen am Stammumfang auf der Höhe von einem Meter befindet sich der wohl dickste Baum von Schleswig-Holstein – und vermutlich sogar von ganz Deutschland – in der Gemeinde Belau im Kreis Plön. Die Kattholzeiche hat einen Umfang von 12,8 Metern und ist schätzungsweise 320 bis 450 Jahre alt. Der Baum ist als Naturdenkmal bekannt.

Was haben die Stürme der vergangenen Jahre in Schleswig-Holstein angerichtet?

Obwohl die großen Stürme „Christian“ und „Xaver“ bereits im Herbst und Winter 2013 über dem Land gewütet haben, sind ihre Auswirkungen in den Wäldern immer noch erkennbar. „Vor allem Bestände aus Lärchen, Sitkafichten, Rotfichten und Tannen im Norden von Schleswig-Holstein waren betroffen“, heißt es im Waldzustandsbericht 2014. Über 1200 Hektar Wald wurden in Schleswig-Holstein beschädigt, sodass Neuaufforstungen notwendig sind. Im Januar 2015 folgten die Stürme „Elon“ und „Felix“. Die Wälder in Schleswig-Holstein hielten den Windstärken weitestgehend stand – die verursachten Schäden blieben weit unter denen der Stürme „Christian“ und „Xaver“.

Was macht den Wald auf Amrum so besonders?

Die Flut im Jahre 1643 vernichtete auch den letzten Baum auf Amrum. Für die Insel folgten daraufhin über 230 baumlose Jahre, in denen die Heide Amrum eroberte. Erstmals im Jahre 1866 wurde versucht, die Insel aufzuforsten. Um das Abtragen der Dünen durch den Wind endgültig zu bremsen, wurden von 1880 bis 1914 insgesamt 21 Hektar mit Bäumen bepflanzt. Damit nicht genug: Zwischen 1953 und 1962 erfolgte auf einer Fläche von 150 Hektar eine weitere Aufforstung. Heute ist Amrum von 200 Hektar Wald bedeckt – zehn Prozent der Insel haben sich durch die Aufforstung in einen Wald mit 91 Prozent Nadelbäumen und neun Prozent Laubbäumen verwandelt. Amrum ist heute die meist bewaldete Nordseeinsel.

 

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