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Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Vor Freude betrunken in die Kirche

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Keine Wäsche zwischen den Feiertagen aufhängen: Dieser Brauch ist in SH verbreitet. Aber welche Brauchtümer gibt es noch? shz.de stellt in einer Serie einige Bräuche rund um die Feiertage vor. Heute: das Weihnachtsfest.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 16:20 Uhr

Bunt geschmückte Tannen und blitzende Kinderaugen an Weihnachten: Das Weihnachtsfest ist das Familienfest schlechthin. Aber warum feiert man in Schleswig-Holstein überhaupt Weihnachten?

Die Entstehung des Weihnachtsfestes begann bereits in der Spätantike. Dort entwickelte sich das kirchliche Fest der Geburt Jesu. Im Jahr 813 erreichte die Feier den deutschen Sprachraum. Verantwortlich dafür war die Synode von Mainz. Ab 1170 bezeichnete man es dann gemäß der lateinischen Übersetzung „nox sancta“ als „Heilige Nacht“. Wann es zuerst in Schleswig-Holstein gefeiert wurde, ist nicht bekannt.

Den Vorabend des 25. Dezember wird „Heiligabend“ oder „Heiliger Abend“ genannt. Die Feier am 24. Dezember hängt mit der jüdischen Einteilung der Tage zusammen. Für die Juden beginnt der neue Tag bereits mit dem Sonnenuntergang.

Der Gottesdienst am Abend des 24. Dezember hat übrigens mit dem Aspekt des Wachens zu tun. Nach dem Lukasevangelium wurde Jesus in der Nacht geboren und den Wache haltenden Hirten verkündete ein Engel die Geburt. Daher findet die Bescherung in Deutschland auch schon am 24. statt. Um dem Aspekt der Nachtwache nachzukommen, gab es in der Kirche eine Mette, die zu unterschiedlichen Zeiten abgehalten wurde. Über den Lauf der Jahre rückte sie auf den Abend oder Nachmittag des 24. Dezember – und die Bescherung gleich mit.

Bereits 1930 durften eine Tanne und die Geschenke nicht fehlen.
Bereits 1930 durften eine Tanne und die Geschenke nicht fehlen. Foto: imago/Arkivi
 

Bis ins 18. Jahrhundert war Weihnachten ein öffentliches, lautes Fest. Erst im 19. Jahrhundert, seit der Biedermeier-Zeit, feierte man Weihnachten besinnlich und ruhig im Kreise seiner Familie.

Wobei es heutzutage manchmal im Kreis der Lieben auch ganz schön hoch hergeht. Loriot hat das jährlichen Weihnachtsfest samt Geschenke kaufen und Baum schmücken in seiner unnachahmlichen Art festgehalten.

Vor der Biedermeier-Zeit ging es zum Teil hoch her. Die Freude über den Beginn der Weihnachtszeit und das Ende der adventlichen Fastenzeit führte dazu, dass viele Kirchenbesucher betrunken zum Gottesdienst erschienen.

 

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