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Erfolg nach Öffentlichkeitsfahndung : Vierjährige missbraucht – Ermittler informieren über Festnahme

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Ungewöhnlich und effektiv: Die Polizei veröffentlichte Fotos des Kindes und fasste nur Stunden später einen mutmaßlichen Vergewaltiger.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 08:16 Uhr

Wiesbaden/Frankfurt | Nach einer aufsehenerregenden Fahndung mit Fotos eines missbrauchten vierjährigen Mädchens wollen die Ermittler an diesem Dienstag über die Festnahme eines Tatverdächtigen informieren. Er war am Montag gefasst worden – nur Stunden, nachdem das Bundeskriminalamt (BKA) sowie die bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main angesiedelte Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen waren.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 24-Jährigen aus Niedersachsen. Der Mann stamme aus dem persönlichen Umfeld des kleinen Kindes, sagte der Sprecher der ZIT, Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, am Dienstag. Der Verdächtige sei „kein Unbekannter der Familie“ gewesen. Nähere Angaben zu dem Festgenommenen wollen die Ermittler nicht machen.

Dem am Montagabend gefassten Mann wird vorgeworfen, das kleine Mädchen zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Er soll Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs gemacht und diese anschließend auf einer kinderpornografischen Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben. Das Kind ist mittlerweile wieder in elterlicher Obhut. Es soll ihm den Umständen entsprechend gut gehen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte in Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft den ungewöhnlichen Schritt, Fotos vom Opfer zu veröffentlichen, als letzte Maßnahme zur Identifizierung des Täters begründet. „Darauf greifen wir nur zurück, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum Ziel geführt haben.“ Zudem sei Dringlichkeit geboten. „Wir gehen davon aus, dass das Kind weiter dem Zugriff des Täters ausgesetzt ist“, hatte Ungefuk gesagt. Am Abend teilte das BKA mit, die Fahndung sei beendet, Opfer und Täter seien identifiziert.

Das Social-Media-Team des BKA bat darum, Bilder des Kindes, die während der Fahndung online geteilt wurden, aus Gründen des Opferschutzes nun zu löschen.

Die Kinderporno-Szene spielt sich nach Einschätzung von Ermittlern mittlerweile überwiegend im Darknet, dem verborgenen Teil des Internets, ab. Dort können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Dieser Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben - aber auch von Kriminellen.

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