Nach Öffentlichkeitsfahndung : Videos von Kindesmissbrauch: BKA fasst Tatverdächtigen

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Der Mann soll zwei Jungen missbraucht und Videos davon ins Darknet gestellt haben. Er wurde in NRW festgenommen.

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26. März 2018, 10:17 Uhr

Viersen/Krefeld | Er soll fast 4000 Fotos und Videos vom Missbrauch zweier Jungen im Darknet verbreitet haben: Wenige Stunden nach einer öffentlichen Fahndung mit Fotos des Verdächtigen haben die Ermittler am Niederrhein einen mutmaßlichen Sexualstraftäter festgenommen. Der 45-Jährige soll mindestens zwei etwa 7 und 10 Jahre alte Jungen mehrfach missbraucht haben. In der Nacht zum Dienstag sei der Mann in einem Hotel in Krefeld festgenommen worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit.

Insgesamt liegen den Behörden nach eigenen Angaben mehr als 3800 Bild- und Videodateien vor, die alle in einer Dachgeschosswohnung entstanden und den schweren sexuellen Missbrauch von zwei Kindern durch den mutmaßlichen Täter in mindestens zwölf Fällen zeigen. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Jungen im Alter von etwa sieben und zehn Jahren. Die Bild- und Videoaufnahmen sind vermutlich seit Oktober 2014 gefertigt und im Dezember 2017 auf einer kinderpornographischen Plattform im sogenannten Darknet veröffentlicht worden.

Hintergrund: Das Darknet

Im sogenannten Darknet (englisch für „dunkles Netz“) können sich Internetnutzer fast komplett anonym bewegen. Der Bereich des Internets wird von Menschen genutzt, die viel Wert auf Privatsphäre legen oder in einem repressiven politischen System leben – aber auch von Kriminellen. Der Zugang ist über eine Anonymisierungssoftware möglich, etwa die kostenlose Software „Tor“.

Schwerpunkt illegaler Geschäfte im Darknet ist nach Einschätzung von Ermittlern Rauschgift. Waffen werden im Darknet nach Erkenntnissen von Fachleuten deutlich seltener angeboten als Drogen, sind aber angesichts der Sicherheitslage Schwerpunkt der Ermittlungen. Zudem spielt der Handel von Kinderpornografie, Falschgeld und gefälschten Pässen eine Rolle.

Doch zunächst schlugen alle Versuche der Ermittler fehl, den Sexualstraftäter auf den Bildern und Videos zu identifizieren. Auch die Opfer und den Tatort konnten sie nicht bestimmen. Am Montag entschieden sie sich deshalb, Fotos des Mannes zu veröffentlichen.

Sehr schnell seien beim Bundeskriminalamt zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Dadurch habe man den 45-Jährigen Deutschen identifizieren können. Noch am Montag sei seine Wohnung in Viersen durchsucht worden. Dabei seien elektronische Datenträger sichergestellt worden – von dem Verdächtigen fehlte allerdings jede Spur.

Er sei schließlich in der Nacht zum Dienstag um 2.45 Uhr festgenommen worden. Widerstand habe er nicht geleistet. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über die Umstände der Festnahme berichtet. Noch am Dienstag soll der Mann einem Haftrichter vorgeführt werden. Hinweise auf weitere Opfer gebe es nicht, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Das BKA beendete daraufhin am Dienstag die Fahndung.

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(mit dpa)

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