Zoo in Rheinland-Pfalz : Vermisste Raubtiere hatten bis auf Bären Gehege nicht verlassen

Auch zwei Löwen hatten ihr Gehege verlassen, hieß es zunächst.

Auch zwei Löwen hatten ihr Gehege verlassen, hieß es zunächst.

Die zeitweise vermissten Raubtiere waren entgegen ersten Informationen bis auf einen Bären nicht aus Gehegen entkommen.

shz.de von
01. Juni 2018, 14:04 Uhr

Lünebach | Die in einem Zoo in der rheinland-pfälzischen Eifel zeitweise vermissten Raubtiere sind entgegen ersten Informationen der Behörden bis auf einen Bären doch nicht aus ihren Gehegen entkommen. Das sei wegen der Überschwemmungen zunächst nicht erkennbar gewesen, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, Andreas Kruppert, am Freitag. Der Bär sei auf einem Weg im Zoo erschossen worden.

Zunächst hatte der "Trierische Volksfreund"  über das Thema berichtet. Zwei Löwen, zwei Tiger und ein Jaguar waren nach ersten Erkenntnissen am Freitag ausgerissen. Ein Bär wurde erschossen, die anderen Tiere sollen lebend eingefangen worden sein.

Der Ausbruch sollte im Zusammenhang mit einem heftigen Unwetter stehen, das in der Eifel getobt hatte. Dadurch seien in der Nacht zum Freitag Gehege in dem Eifelzoo unterspült worden, weshalb die Zäune nicht mehr dicht gewesen seien, hieß es zunächst. 

 

Die Menschen in der Nähe des Eifelzoos in Lünebach waren aufgerufen worden, Häuser und Wohnungen zunächst nicht zu verlassen und bei Sichtung der Tiere die Polizei anzurufen. Eine große Suchaktion war nach Angaben des Sprechers der Kreisbehörde in Gang gesetzt worden. Unter anderem waren Kräfte von Feuerwehr und Polizei sowie Tierärzte im Einsatz. Die Kreisbehörde wollte am Freitagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Bitburg über Details zu der Einfangaktion informieren.

Der Eifelzoo in Lünebach liegt im Westen von Rheinland-Pfalz, etwa 50 Kilometer Luftlinie nördlich von Trier entfernt. Der Zoo wirbt auf seiner Homepage mit den Raubkatzen als Attraktion. Insgesamt leben demzufolge rund 60 exotische und einheimische Tierarten auf dem etwa 30 Hektar großen Gelände. Darunter sind Sibirische Tiger und Löwen. Der 1972 eröffnete Zoo ist ein privater Betrieb und befindet sich in Familienhand.

Ausgebrochene Zootiere in Deutschland:

Mai 2018: Mantelaffenweibchen in Osnabrück

Erst nach fast einer Woche kehren zwei Mantelaffenweibchen selbstständig und wohlbehalten in ihre Gehege im Osnabrücker Zoo zurück. Sie waren über einen Wassergraben ausgebüxt.

Januar 2017: Luchs in Gelsenkirchen

Fünf Tage lang entkommt ein Luchs seinen Verfolgern aus dem Gelsenkirchener Zoo in einen nahen Wald, bis er schließlich betäubt wird. Er war über den zugefrorenen Wassergraben geflohen.

September 2016: Schneeleopard in Wuppertal

Ein Schneeleopard entkommt aus seinem Gehege im Wuppertaler Zoo. Die Besucher werden in Sicherheit gebracht. Kurz darauf betäubt eine Tierärztin das Tier auf dem Zoogelände.

Mai 2016: Nasenbär in Wittenberg

Ein Nasenbär entwischt aus dem Tierpark Wittenberg und flieht quer durch die Stadt in Sachsen-Anhalt. Der Ausflug endet mit einer Betäubung im Innenhof des Amtsgerichts. Kurz bevor das Tier zurück ins Gehege kommt, entwischt ein anderer Nasenbär. Er sitzt auf einem Baum in der Stadt, als ihn ein Narkosepfeil trifft.

August 2015: Orang-Utan in Duisburg

Ein Orang-Utan flieht aus seinem Stall im Duisburger Zoo. Als er über den Außenzaun klettert, wird sein Ausbruch entdeckt. Laut Zoo war es zu spät, ihn noch zu betäuben - er wird erschossen.

 
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen