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Urteil des Landgerichts : Vergiftete Lebensmittel: Haftstrafen im Dortmunder Prozess um Lidl-Erpressung

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Die zwei Männer verurteilte das Gericht zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft. Es bestand keine Gefahr für Vergiftete.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 14:24 Uhr

Dortmund | Wegen Erpressung des Lebensmittel-Discounters Lidl hat das Dortmunder Landgericht zwei Männer zu je zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Die beiden 45- und 46-Jährigen hatten laut Urteil vom Montag in verschiedenen Filialen in Dortmund, Wuppertal und dem Rheinland mit einem Pflanzenschutzmittel vergiftete Lebensmittel in die Regale gestellt.

Die Dosierung war dem Gericht zufolge aber so gering, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Verbraucher bestand. Zur Zahlung der später per E-Mail geforderten fünf Millionen Euro in der Internetwährung Bitcoin kam es nicht. Die Angeklagten hatten die Tat bis zuletzt bestritten.

Immer wieder drohen Erpresser damit, Lebensmittel zu vergiften. Supermarktketten wie Lidl, Aldi und Rewe sind betroffen, aber auch Hersteller geraten ins Visier von Verbrechern. Einige Fälle der vergangenen Jahre:

Juli 2017

Juli 2017: Das Landgericht Bonn verurteilt einen Rentner zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Der 74-Jährige hatte Haribo mit der Vergiftung von Gummibärchen gedroht. Außerdem erpresste er die Unternehmen Lidl und Kaufland. Er forderte eine Million Euro in der Internet-Währung Bitcoin.

März 2017

Ein 38-Jähriger wird vom Landgericht Kiel wegen versuchter räuberischer Erpressung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Er hatte auf Schulhöfen mit Insektiziden vergiftete Marzipanherzen ausgelegt. Damit wollte er von der Handelskette Coop drei Millionen Euro erpressen, zahlbar in der digitalen Währung Bitcoins.

Oktober 2015

Ein 38-jähriger Mann wird vom Landgericht Köln wegen versuchter Erpressung der Supermarktkette Rewe zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er hatte 15 Millionen Euro gefordert und dem Konzern gedroht, Lebensmittel zu vergiften.

Mai 2013

Ein 61-Jähriger wird wegen versuchter Erpressung des Lebensmitteldiscounters Aldi-Süd vom Landgericht Duisburg zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er hatte per E-Mail 15 Millionen Euro gefordert und mit vergifteten Lebensmitteln gedroht.

Juli 2010

Das Landgericht Aachen verurteilt einen Erpresser des Marmeladen-Produzenten Zentis zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft. Er hatte damit gedroht, vergiftete Marmelade in den Handel zu bringen, und 500.000 Euro verlangt.

Januar 2010

Wegen versuchter Erpressung des Süßigkeitenherstellers Ferrero wird ein Kneipenwirt aus dem Sauerland zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte 2008 ein Päckchen mit vergifteten Pralinen und Nougatcreme an die Firma geschickt. Er verlangte 950.000 Euro.

 
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