Mönchengladbach : Vergewaltigung im Zug: Tatverdächtiger Gladbach-Fan offenbar gefasst

Polizisten stehen auf dem Bahnhof an einem Sonderzug für Fußballfans. In dem Zug befanden sich Fans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach am 14. April.

Polizisten stehen auf dem Bahnhof an einem Sonderzug für Fußballfans. In dem Zug befanden sich Fans auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach am 14. April.

Eine junge Frau soll in einem Zug voller Fußballfans sexuell missbraucht worden sein. Jetzt meldet sich der Tatverdächtige.

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16. April 2018, 16:11 Uhr

Mönchengladbach | Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hat sich der Tatverdächtige nach einer Vergewaltigung in einem Fußball-Fanzug gestellt. Er habe sich bei der JVA Moers gemeldet. Alexander B. habe immer wieder Ärger mit der Justiz gehabt. Der 30-Jährige sei laut dem Bericht bereits wegen sexueller Nötigung verurteilt worden.

Das Opfer – eine 19 Jahre alte Frau – habe man bisher noch nicht vernommen. Nach dem mutmaßlichen sexuellen Übergriff hat das Opfer seine Eltern noch aus dem Zug angerufen. Diese schlugen dann Alarm, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Die junge Frau und der 30-jährige Tatverdächtige lernten sich den Angaben nach auf der Rückreise vom Spiel Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach im so genannten Tanzwagen des Zuges kennen. „Danach gab es auf der Toilette im Zug nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen“ an der 19-Jährigen, sagte Polizeisprecher Wolfgang Röthgens.

Die Frau wurde laut Polizei in einem Krankenhaus in Wiesbaden untersucht. Sie sollte noch am Montag vernommen werden – man müsse sehen, ob ihr Zustand dies zulasse. Die 19-Jährige war am frühen Sonntagmorgen von der Polizei im hessischen Flörsheim am Bahnhof in Empfang genommen, zunächst kurz befragt und dann in eine Wiesbadener Klinik gebracht worden.

Polizei hatte Foto des Mannes

Von dem Mann und der 19-Jährigen sei bereits im Zug ein Foto gemacht worden. Das Foto wurde der Polizei nach eigenen Angaben aber erst nach den Massenkontrollen an Bahnhöfen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zugespielt. Auch die Personalien des Mannes seien der Polizei bekannt.

Der Polizeisprecher sagte, wer den Sonderzug gechartert habe, wisse man nicht. Das sei Sache des Fußballvereins. „Der Zug war privat organisiert – das heißt, nicht vom Verein und auch nicht vom Fanprojekt“, betonte Markus Aretz, der Pressesprecher von Borussia Mönchengladbach. Er soll aber nach dpa-Informationen von einem Schweizer Bahn-Unternehmen gestellt worden sein.

Für die Sicherheit in Fußball-Sonderzügen ist nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor allem das Unternehmen verantwortlich, das die Fans befördert. Entweder müsse dieses eigenes Personal bereitstellen oder einem angemieteten Sicherheitsdienst. „Wir fahren nicht mit, das ist nicht unsere Aufgabe“, sagte der GdP-Landeschef NRW, Arnold Plickert, der dpa in Köln.

„Auch in Sonderzügen gelten Gesetze und Normen“, betonte der GdP-Bundesvize. Es handele sich nicht um rechtsfreie Räume. Bei Straftaten wie zum Beispiel gravierenden Sachbeschädigungen greife die Polizei ein. Außerdem kontrolliere vor allem die Bundespolizei die Fanzüge bei Abfahrt und Ankunft. „Wir brauchen mehr Personal bei Bundes- und Landespolizei“, forderte Plickert, schränkte jedoch ein: „Aber auch wenn wir es hätten, würden wir es nicht in die Züge packen. Wir sind dort nicht die Hausherren.“

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