Bundesnetzagentur : Verbraucher telefonieren weniger

Nicht nur SMS-Schreiben ist out, auch das Telefonieren über Festnetz oder Mobilfunk ersetzen zunehmend Messenger-Dienste.
Nicht nur SMS-Schreiben ist out, auch das Telefonieren über Festnetz oder Mobilfunk ersetzen zunehmend Messenger-Dienste.

Messenger sorgen dafür, dass immer weniger SMS verschickt werden. Nun scheint auch das Telefonat immer öfter den Alleskönner-Apps zum Opfer zu fallen, wie Zahlen der Bundesnetzagentur nahelegen. Denn Messenger bieten neben der Chat- fast immer auch eine Telefoniefunktion.

shz.de von
08. Mai 2018, 16:45 Uhr

Verbraucher in Deutschland telefonieren weniger als früher. Das Gesamtvolumen der abgehenden Gesprächsminuten ist etwas zurückgegangen, wie aus dem Jahresbericht 2017 der Bundesnetzagentur hervorgeht.

Der Rückgang zeigt sich sowohl im Festnetz, wo das Aufkommen gegenüber 2016 von 131 Milliarden (Mrd.) Minuten auf 120 Mrd. Minuten sank, als auch im Mobilfunk. Hier ging das Gesprächsvolumen im Vergleichszeitraum von 116 auf 115 Mrd. Minuten zurück.

Ungebrochen ist dagegen der Anstieg des übertragenen Datenvolumens in allen Netzen: 2017 wurden dem Bericht der Behörde zufolge 33 Mrd. Gigabyte (GB) Daten über Festnetze übertragen - eine Steigerung von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und über Mobilfunknetze liefen im vergangenen Jahr 1,4 Mrd. GB - 52 Prozent mehr als 2016.

Die Zahl der Anfragen und Beschwerden , die den Telekommunikationsbereich betreffen, war 2017 dagegen so hoch wie nie: 290 000 Verbraucher kontaktierten die dafür zuständige Bundesnetzagentur - oft wegen Problemen mit Verträgen, beim Anbieterwechsel, bei Anschlussumzügen oder bei der Bereitstellung von Anschlüssen. Zum Vergleich: 2016 gab es 220 000 Anfragen und Beschwerden, 2015 waren es 178 000.

Zudem verzeichnete die Behörde im vergangenen Jahr 164 000 Anfragen und Beschwerden rund um den Missbrauch von Rufnummern sowie zu unerlaubten Werbeanrufen. In diesem Zusammenhang seien rund 54 000 Rufnummern abgeschaltet und Bußgelder in Höhe von fast 1,2 Millionen Euro verhängt worden.

Neue Masche bei Telefonabzocke: Täter hacken sich in Router

Kriminelle haben sich eine neue Masche bei derTelefonabzocke einfallen lassen. Neuerdings dringen sie inInternetrouter ein, um teure Telefon-Ferngespräche aufzubauen undhohe Gebühren zu kassieren. «So wurden innerhalb eines sehr kurzenZeitraums über 12 000 Verbindungen zu ausländischen Rufnummerngeneriert», sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann,am Dienstag in Bonn. Allein in zwei Fällen sei durch diesesRouter-Hacking ein Schaden von mehr als 50 000 Euro entstanden.

Die Bundesnetzagentur sei von Netzbetreibern, denen die ungewöhnlichhohen Rechnungen aufgefallen waren, eingeschaltet worden, sagte einSprecher. Die Behörde hat daraufhin ein Verbot verhängt, für dieseGespräche Rechnungen zu schicken und Gebühren zu kassieren. Insolchen Fällen dürfen die Netzbetreiber kein Geld an ausländischeVertragspartner überweisen.

Ganz neu ist diese Masche nach Angaben einer Sprecherin der Netzagentur nicht. Einzelfälle habe es seit Ende 2013 gegeben, die aber nicht diese Schadenshöhe erreicht hätten. Die Netzagentur habe jetzt zum ersten Mal ein Verbot der Rechnungslegung ausgesprochen. Um seinen Router vor solchen Angriffen zu schützen, empfiehlt die Netzagentur ein regelmäßiges Sicherheitsupdate.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert