Steigende Produktion von Honigwein : US-Serie „Game of Thrones“ sorgt für Met-Boom

Met erfreut sich wieder größerer Beliebtheit – zumindest in den USA.
Met erfreut sich wieder größerer Beliebtheit – zumindest in den USA.

Bier und Wein sind in aller Munde. Doch bald könnte das wohl älteste alkoholische Getränk der Welt ein Revival erleben.

shz.de von
04. Mai 2015, 16:37 Uhr

Der Honigwein hat kein leichtes Spiel in Zeiten von Bier und Wein. Vereinzelt auf Mittelalter-Festivals oder in Wacken zu finden, fristet der sogenannte Met ein Schattendasein als Randgruppe der alkoholischen Getränke. Doch der Met scheint ein Comeback zu feiern. Grund könnte die Mittelalter-Fantasy-Serie „Game of Thrones“ sein. Denn seither steigen die Produktionszahlen an und der Trunk wird wieder beliebter.

Met, ein Honigwein, ist ein alkoholisches Getränk aus fermentiertem Honig und Wasser. Oft werden auch Gewürze, Früchte und Säfte mit verarbeitet. Met hat zwischen elf und zwanzig Prozent Alkohol. Er wird heiß oder kalt getrunken. Trotz langer Tradition ist Met nur noch in Nord- und Osteuropa ein häufiges Genussmittel. Bereits vor über 3000 Jahren tranken Germanen Met als Rauschtrunk. Es ist vermutlich das weltweit älteste alkoholische Getränk, denn Spuren des Met führen bis ins alte Ägypten, China, Griechenland und Rom zurück. Met wird auch „Nektar Gottes“ genannt.

Die steigende Popularität des Met lässt sich sogar messen. Kamen 2008 im ersten Jahr des „The Mazer Cup International Mead Competition“, einem Wettbewerb für Met-Enthusiasten, 200 private und 125 kommerzielle Bewerber um den besten Honigwein, nahmen 2015 schon 400 private und 350 offizielle Metbrauer in den USA an dem Wettbewerb teil.

Und es wird noch besser für Met-Liebhaber. Auch der zweite Jahresbericht der Met-Industrie lässt keine Fragen offen, wenn es um die steigende Beliebtheit des tausende Jahre alten Getränks geht. Laut der American Mead Makers Association (AMMA) wachse die Industrie schnell, obwohl sie nach wie vor sehr klein sei. 52 Met-Hersteller hatten Zahlen veröffentlicht, wonach 2013 die Verkäufe um 32 Prozent gegenüber des Vorjahres angestiegen seien. 2014 waren es 42 Prozent gegenüber 2013. Der Verkauf von Wein stieg im selben Zeitraum nur um 6,3 Prozent an.

Wurden von den 52 Herstellern 2012 noch 62.293 Gallonen (zirka 235.804 Liter) produziert, waren es 2013 bereits 63.555 Gallonen und 2014 mehr als doppelt so viel, nämlich 144.987 (rund 548.835 Liter). Das entspricht einem Anstieg um 128 Prozent zwischen 2013 und 2014.

Die Gründe für den Anstieg der Nachfrage sind vielschichtig. Pete Bakulic, Präsident des Mazer-Cup-Wettbewerbs, sieht in der besseren geschmacklichen Qualität einen Grund für den aktuellen Hype: „Met in der heutigen Zeit unterscheidet sich handwerklich von dem vergangener Zeiten“.

Auch Michael Fairbrother, Gründer und Met-Brauer in der „Moonlight Meadery“ in New Hampshire sagte gegenüber dem Nachrichtenmagazin qz.com, dass heutige Mets kein Vergleich zu denen aus alten Zeiten seien. Er sieht zudem einen Zusammenhang zur Fantasy-Serie „Game of Thrones“. Sie spielt auf den fiktiven Kontinenten Westeros und Essos, vergleichbar mit dem mittelalterlichen Westeuropa. Durch den Landesteil „Weite“ des fiktiven Westeros fließt der Fluss Honigwein (Honeywine). Die Serie basiert auf der Fantasy-Buchreihe „Das Lied von Feuer und Eis“ von George R.R. Martin.

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