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Los Angeles : US-Polizisten erschießen Obdachlosen auf offener Straße

vom

Passanten halten unfassbares auf Video fest: Polizisten in Los Angeles erschießen bei einer Rangelei einen am Boden liegenden Obdachlosen.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2015 | 12:21 Uhr

Los Angeles | US-Polizisten haben bei einer Auseinandersetzung in Los Angeles einen unbewaffneten Obdachlosen erschossen. Vier Polizisten des Los Angeles Police Department (LAPD) hätten vor den tödlichen Schüssen mit dem Mann gerungen, berichtete die „Los Angeles Times“ am Montag. Während des Kampfes soll der Obdachlose versucht haben, nach der Waffe eines der Polizisten zu greifen. Daraufhin sollen die Polizisten zunächst versucht haben, ihn mit einer Elektroschock-Pistole zu überwältigen, dann schossen sie.

Die Beamten waren am Sonntagmittag wegen eines Raubüberfalls in die Nähe eines Obdachlosenasyls in einem Armenviertel gerufen worden und hatten versucht, den Mann festzunehmen. Augenzeugen sagten, der Obdachlose sei unbewaffnet gewesen. Am Tatort sei tatsächlich keine weitere Waffe gefunden worden, bestätigte ein Polizeisprecher. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt.

Der Erschossene, der in der Gegend unter dem Spitznamen „Africa“ bekannt war, lebte den Berichten zufolge auf der Straße und schlief in einem Zelt. Er soll psychische Probleme gehabt haben und zeitweilig in einer psychiatrischen Klinik gewesen sein. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen den Vorfall untersuchen.

Ein Video des Gerangels vor den Schüssen sorgt im Internet für Aufregung. Es wurde in den ersten sieben Stunden zwei Millionen Mal bei Facebook angeklickt. „Ihr habt den Mann einfach so erschossen“, hört man einen entsetzten Mann im Video sagen. „Dieser Mann ist tot!“ Vor den Schüssen hört man Polizisten mehrfach rufen: „Lass die Waffe fallen.“ Ein Passant hatte es mit seinem Handy aufgenommen. „Ich wollte es aufnehmen, um dazu beizutragen, dass alles gut ausgeht. Stattdessen wurde ich Zeuge einer Tragödie“, sagte Anthony Blackburn dem Sender CNN.

Die auf Video gebannte Situation sorgt für heftige Reaktionen im Netz:

„Was Amerika braucht, sind noch mehr Waffen, damit solche Schießereien nicht mehr passieren. Nein, warte, äh...“

„Getasert, auf den Boden gedrückt und getötet – Schicksal eines Obdachlosen in Los Angeles.“

„Es gibt keine Entschuldigung für diese Tat. Das ist Mord.“

Dieser Twitterer fragt nach Toleranz und richtet seinen Post direkt an Barack Obama.

In der Vergangenheit kam es mehrmals zu tödlichen Schüssen aus Polizeiwaffen. Zuletzt wurde ein 43-Jähriger Afroamerikaner im Juli 2014 von Polizisten gestoppt, weil er vermutlich illegal mit Zigaretten handelte. Ein Passant hielt auf einem Video fest, wie drei Polizisten Garner zu Boden werfen und in den Schwitzkasten nehmen. Garner ringt sichtbar um Luft. Der sechsfache Familienvater, der an Asthma erkrankt war, starb im Krankenhaus.

Ferguson - eine Vorstadt von St. Louis - hatte im Sommer Schlagzeilen gemacht, nachdem dort ein weißer Polizist den 17-jährigen unbewaffneten Schwarzen Michael Brown mit zahlreichen Schüssen tötete. Es folgten tagelangen schwere Unruhen. Eine Geschworenenjury entschied später, dass der Polizist nicht vor Gericht muss. Auch in anderen Landesteilen, wie etwa in New York, sorgten darauf Berichte über Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze für Empörung.

Im Dezember 2014 starb der 34-jährige Rumain Brisbon nachdem er von einem Polizisten mit zwei Schüssen getötet wurde. Brisbon hatte seinen Kindern lediglich Essen bringen wollen, berichtete der TV-Sender NBC. Laut „Arizona Republic“ verfolgte der Polizist Brisbon, bis es vor dessen Wohnung zu einem Handgemenge gekommen sei. Der Polizist habe vermutet, dass Brisbon eine Waffe habe. Tatsächlich hatte der Familienvater Schmerztabletten in der Tasche.

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