Tote und Vermisste : Unwetter in Japan - Hunderttausende müssen Häuser verlassen

In weiten Teilen Japans wird vor Schlammlawinen, Überschwemmungen und Flüssen, die über ihre Ufer treten können, gewarnt. /Kyodo News/AP
In weiten Teilen Japans wird vor Schlammlawinen, Überschwemmungen und Flüssen, die über ihre Ufer treten können, gewarnt. /Kyodo News/AP

Wegen sintflutartiger Regenfälle im Westen Japans müssen mindestens 440.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Drei Menschen kamen bei den Unwettern ums Leben, drei weitere wurden noch vermisst, wie örtliche Medien am Freitag berichteten.

shz.de von
06. Juli 2018, 13:29 Uhr

In Inagawa, 500 Kilometer westlich der Hauptstadt Tokio, starb ein 59 Jahre alter Arbeiter in einem Staubecken. Der Mann war zusammen mit zwei Kollegen in einem Abwasserrohr weggespült worden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete. Ein weiterer 59-Jähriger wurde demnach in der Stadt Akitakata tot aus einem Fluß geborgen, der über die Ufer getreten war. Die Behörden entdeckten die Leiche einer Seniorin im Alter von etwa 70 bis 80 Jahren in einer Abwasseranlage in der Stadt Hashima in Mitteljapan, wie der Sender NHK berichtete. Dem Bericht zufolge könnte die Frau ebenfalls in einen Fluss gefallen sein.

Eine saisonbedingte Regenfront war in der Nacht zum Freitag über das westliche Japan hinweggezogen. Allein zwischen 4.00 und 5.00 Uhr morgens (Ortszeit) waren in der südwestlichen Stadt Konan 103 Millimeter Regen gefallen, wie NHK berichtete. «Anders als bei einem Taifun lässt sich nicht vorhersagen, wo der Rekordregen fallen wird», hatte ein Mitarbeiter der zuständigen Behörde Reportern am Donnerstag gesagt.

Die Behörde warnte in weiten Teilen des Landes vor Schlammlawinen, Überschwemmungen und Flüssen, die über ihre Ufer treten könnten. Das Militär wurde zur Hilfe herangezogen. Seit dem Morgen waren Zugverbindungen unterbrochen. Bis zum Samstagmorgen sagte der Wetterdienst bis zu 400 Millimeter Regen im Südwesten und bis zu 300 Millimeter in Mitteljapan voraus. Der Regen könne über das gesamte Wochenende anhalten, hieß es.

Erst Anfang der Woche hatte der Taifun «Prapiroon» mit starkem Wind und heftigen Regen im Südwesten Japans für Verwüstungen gesorgt und mindestens ein Todesopfer gefordert. Der siebte Taifun des Jahres war am Mittwoch zu einem außertropischen Zyklon heruntergestuft worden.

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