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SH und Hamburg : Unwetter: Blitz in Einfamilienhaus in Schaalby eingeschlagen

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Die Unwetter haben den Norden im Griff. Schuld ist eine Tiefdruckrinne.

Kiel | Die Unwetter beschäftigen en Norden: In Teilen Schleswig-Holsteins sowie am äußeren Stadtrand von Hamburg hat es am Mittwochabend nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wieder starke Gewitter gegeben. Im Stadtgebiet Hamburg selbst blieb es eher ruhig. Die Feuerwehr in Hamburg verzeichnete keine besonderen wetterbedingten Einsätze, sagte ein Sprecher am Mittwochabend.

Die Tornados hatten in der vergangenen Woche die Menschen in Norddeutschland stark beschäftigt - und auch verunsichert. Ein Paar wurde mit seinem Tornado-Video aus Jübek berühmt in den sozialen Netzwerken. Auch, weil er noch näher ran wollte - sie war ängstlicher.

Schuld am schlechten Wetter ist den Meteorologen zufolge eine Tiefdruckrinne, die sich von den Britischen Inseln über Norddeutschland bis nach Moldawien erstreckt.

Zuvor hatte der Wetterdienst vor Gewittern mit Starkregen und Tornados in Hamburg und Schleswig-Holstein gewarnt. In Schleswig-Holstein liefen teilweise Keller voll. So gab es etwa im Bereich Südangeln (Kreis Schleswig-Flensburg) 25 Feuerwehreinsätze. In Schaalby (Kreis Schleswig-Flensburg) schlug ein Blitz in das Dach eines Einfamilienhauses ein, teilte die Polizei mit. Personen seien aber nicht zu Schaden gekommen.

Der Blitz schlug nach Auskunft der Feuerwehr in den Dachstuhl  ein, der wenig später in Flammen stand. Der Dachstuhl brannte aus, das gesamte Haus wurde durch den massiven Einsatz von Löschwasser unbewohnbar. An den Löscharbeiten beteiligten sich mehrere Wehren aus der näheren Umgebung. Später rückte auch die Feuerwehr Schleswig mit ihrer Drehleiter an. Sie deckte das Dach des Hauses teilweise ab,  um an versteckte Glutnester zu gelangen. Menschen kamen bei dem Feuer nach Angaben der Feuerwehr nicht zu Schaden, die Straße wurde weiträumig abgesperrt.

Am Vortag hatten heftige Regenfälle die Feuerwehr in Hamburg gut beschäftigt. Die Helfer mussten in kurzer Zeit zu mehr als 200 Einsätzen ausrücken. Besonders betroffen am Dienstagabend war nach Angaben der Feuerwehr der Westen der Stadt. Keller waren vollgelaufen und Straßen überschwemmt.

Erst in der vergangenen Woche wirbelten Tornados in der Nähe von Schleswig, in Nordfriesland und in Hamburg - am Dienstag wurden neue Funnel gesichtet, diesmal in Dithmarschen, Hamburg und auf Sylt. Der Unterschied: Ein Funnel ist eine Trichterwolke, aber noch nicht zwingend ein Tornado. Erst wenn der Wirbel den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. Dabei muss dieser nicht durchgehend sichtbar sein. Auch im Rest Deutschlands beobachteten Menschen zahlreiche Trichterwolken. Die Verdachtsfälle und bisher bestätigten Tornados im Jahr 2016 in der Übersicht:

(Stand 15. Juni 2016, 15.50 Uhr)

Wie ein Tornado entsteht, hat der Wissenschaftler Thomas Sävert shz.de im Interview erklärt: „Die Entstehung dieses Phänomens noch nicht vollständig geklärt. Wir kennen heute einige Grundzutaten: Es braucht eine Schauer- oder Gewitterwolke, außerdem ist ein starker Aufwind nötig – und der entsteht bei hohenTemperaturunterschieden zwischen dem Boden und den hohen Luftschichten. Die wärmere Luft ist leichter, will also nach oben. Somit hat man bereits eine Aufwärtsbewegung. Für einen Tornado muss die Luft zudem feucht sein. Wenn der Wind in der Höhe in eine andere Richtung und eventuell noch mit einer höheren Geschwindigkeit weht als unten, kann dann eine Windhose entstehen.“

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erstellt am 15.Jun.2016 | 21:54 Uhr

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