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"Gegen jeden Zweifel" : Uninspiriertes Fritz-Lang-Remake

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Peter Hyams" Film wirkt wie ein durchschnittlicher Fernsehkrimi, der weder mysteriös noch wirklich innovativ ist.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2010 | 03:09 Uhr

Auf den ersten Blick verspricht "Gegen jeden Zweifel" eigentlich spannende Kinostunden: Nicht nur, weil eine der Hauptrollen von Oscar-Preisträger Michael Douglas gespielt wird. Regisseur Peter Hyams hatte für sein Remake von Fritz Langs Film Noir "Jenseits allen Zweifels" einen Klassiker als Vorlage. Dennoch wirkt diese Neuauflage des dramatischen Thrillerstoffs um den Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Wahrheit und Lüge trotz der prominenten Besetzung eher lustlos und uninspiriert heruntergedreht.
Im Mittelpunkt steht der junge und ehrgeizige Enthüllungsjournalist C.J. Nicholas (Jesse Metcalfe, bekannt als Gärtner aus "Desperate Housewives"). Er ist überzeugt davon, dass der erfolgreiche Staatsanwalt Mark Hunter (Douglas) regelmäßig Beweise fälschen lässt, um mehr Fälle zu gewinnen und so seine Chancen auf den Posten des Gouverneurs zu erhöhen. Also denkt sich Nicholas einen riskanten Plan aus: Er manipuliert in einem Mordfall die Beweise so, dass er als Täter infrage kommt; die Beweise aber eigentlich nicht ausreichen würden. Daher muss Hunter nachhelfen, um Nicholas hinter Gitter zu bringen.
Uninteressant konventioneller Schlagabtausch
So beginnt ein gewagtes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Nicholas im Fall einer Todesstrafe sogar sein Leben riskiert. Er setzt dabei jedoch auf seine Freundin Ella (Amber Tamblyn) - eine junge Staatsanwältin, die eigentlich für Hunter arbeitet, nun aber Nicholas retten und ihren Chef dafür überführen will. Erwartungsgemäß lässt sich der skrupellose Machtmensch aber nicht einfach aufs Glatteis führen, sondern schlägt unbarmherzig zurück. In diese Rolle des Bösewichts passt Douglas, der in Filmen wie "Eine verhängnisvolle Affäre" und "Wall Street" seine Wandlungsfähigkeit bewies, eigentlich bestens hinein. Allerdings spielt er Hunter eher routiniert, so dass auch sein Part die Zuschauer im Endeffekt nicht wirklich packt.
Ähnlich verhält es sich trotz einiger spannender Augenblicke auch mit der Inszenierung von Regisseur Hyams. Der ist zwar durch Filme wie "Timecop" oder "Das Relikt" actionerfahren. Doch bis auf die beiden Verfolgungsjagden, die als nervenaufreibende Intermezzi durchaus funktionieren, handelt es sich bei "Gegen jeden Zweifel" um einen uninteressant konventionellen Schlagabtausch der Hauptfiguren. Damit wirkt Hyams" Film mehr wie ein durchschnittlicher Fernsehkrimi, der weder mysteriös noch wirklich innovativ ist.

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