Schweringen in Niedersachsen : Unbekannte flexen Hakenkreuz von Kirchenglocke

Unbekannte haben das Hakenkreuz und einen Teil der NS-Inschrift auf der Kirchenglocke der niedersaechsischen evangelischen Kapellengemeinde Schweringen bei Nienburg entfernt.

Unbekannte haben das Hakenkreuz und einen Teil der NS-Inschrift auf der Kirchenglocke der niedersaechsischen evangelischen Kapellengemeinde Schweringen bei Nienburg entfernt.

Das Hakenkreuz auf einer Kirchenglocke hatte für Kontroversen gesorgt.

shz.de von
03. April 2018, 16:01 Uhr

Schweringen | Unbekannte haben ein Hakenkreuz von einer Kirchenglocke in Schweringen im niedersächsischen Kreis Nienburg entfernt. „Das ist so“, sagte Pfarrer Jann-Axel Hellwege am Dienstag. Weitere Auskünfte wollte er nicht geben. Zuvor hatte die Zeitung „Die Harke“ berichtet, dass das Symbol auf der aus der Nazi-Zeit stammenden Glocke weggeflext wurde.

Auch ein Sprecher der Landeskirche bestätigte den Vorfall gegenüber der Narichtenagentur dpa. Auch der Schriftzug „dies Kreuz gab Gelingen half Zwietracht bezwingen“ wurde entfernt. Noch im Verlauf des Tages werde es eine Erklärung der Landeskirche dazu geben. „Die Harke“ zeigte das Foto eines Bekennerschreibens mit der Überschrift „Frühjahrsputz 2018“.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers prüfe aktuell, wie mit der „Sachbeschädigung der Glocke“ umzugehen ist. Zudem wird ein Sachverständiger untersuchen, inwieweit die Beschädigung den Klang der Glocke verändert.

Die Inschrift der Glocke vor der Flex-Aktion.
dpa

Die Inschrift der Glocke vor der Flex-Aktion.

 

Die Gemeinde hatte im März entschieden, dass die Glocke wieder läuten sollte. Der übergeordnete Kirchenkreis Nienburg hatte damals Probleme mit dem Schritt, die Gemeinde sei in ihrer Entscheidung aber eigenständig. Nachdem eine öffentliche Diskussion zu der Glocke mit dem eingeprägten 35 mal 35 Zentimeter großen Hakenkreuz aufkam, war die Glocke in der Kreuzkirche im September außer Betrieb genommen worden.

Laut der Kreiszeitung sprachen sich vor allem ältere Anwohner für die Glocke aus. Auch der Historiker Dr. Jens-Christian Wagner von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten riet: „Ich würde die Glocke hängen lassen und hätte kein Problem damit, wenn sie läutet. Der Protestantismus war aufs Engste mit dem Nationalsozialismus verwoben, da muss man mit umgehen.“

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