zur Navigation springen

Schwedische Journalistin Kim Wall : U-Boot-Bauer Peter Madsen gibt Zerstückelung von Leiche zu

vom

Die 46-Jährige starb auf Madsens U-Boot. Wie sie zu Tode kam, darüber verstrickt sich der Erfinder in Widersprüche.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 13:51 Uhr

Kopenhagen | Der mordverdächtige dänische U-Boot-Bauer Peter Madsen tischt der Polizei immer neue Versionen zum Tod der Journalistin Kim Wall auf. „Er hat jetzt erklärt, dass Kim Wall infolge einer Kohlenmonoxidvergiftung im U-Boot starb, während er selbst an Deck war“, teilte die Kopenhagener Polizei am Montag mit. Der 46-Jährige habe zudem zugegeben, die Leiche der Schwedin zerstückelt zu haben. Einen Mord bestreite er aber weiterhin.

Zunächst hatte Madsen angegeben, die 30 Jahre alte Journalistin lebend auf einer Halbinsel abgesetzt zu haben. Dann behauptete er, der Frau sei ein schwerer Lukendeckel auf den Kopf gefallen, als sie nach einem Tauchgang Luft schnappen wollte. Er beschrieb detailreich ein blutiges Unglück. Am Schädel der Frau fand man jedoch keine Spuren eines solchen Schlages.

Das U-Boot des dänischen Ingenieurs Peter Madsen liegt im Hafen von Kopenhagen in einem von der Polizei abgesperrten Bereich.
Das U-Boot des dänischen Ingenieurs Peter Madsen liegt im Hafen von Kopenhagen in einem von der Polizei abgesperrten Bereich. Foto: Jens Dresling/Ritzau Foto

Nun präsentierte der als Exzentriker bekannte Erfinder eine dritte Version zum Geschehen in seinem selbstgebauten U-Boot. „Diese Erklärung veranlasst die Polizei natürlich dazu, verschiedene zusätzliche Aussagen von Rechtsmedizinerin und U-Boot-Experten einzuholen“, sagte Polizeisprecher Jens Møller Jensen.

Teile von Walls Leiche wurden Tage und auch noch Wochen nach dem Vorfall im August im Meer gefunden. In ihrem Torso entdeckte man Messerstiche. Zunächst hatte Madsen behauptet, er habe die Leiche in einem Stück über Bord geworfen. Nun gab er laut Polizei zu, sie zerteilt und in Stücken über Bord geworfen zu haben.

Die Journalistin kam bei der Arbeit für eine Reportage über M. ums Leben.

Die Journalistin kam bei der Arbeit für eine Reportage über Madsen ums Leben.

Foto: dpa

Nach den neuen Enthüllungen bleibt Madsen nun freiwillig zwei Wochen länger bis zum 15. November in Untersuchungshaft. Ursprünglich sollte ein Gericht am Dienstag über eine Verlängerung der U-Haft entscheiden. Das wurde abgesagt.

Das Kopenhagener Gericht setzte zudem Termine für einen Prozess an. Er soll am 8. März 2018 beginnen und nach erster Planung bis zum 25. April dauern. Der Fall sei nahezu fertig untersucht. Taucher suchen in der Bucht südlich von Kopenhagen allerdings immer noch nach Walls Armen und Händen sowie ihrem und Madsens Handys.

Wall hatte über Madsen eine Reportage schreiben wollen und war zuletzt am 10. August an Bord des U-Bootes gesehen worden, als dieses den Hafen von Kopenhagen verließ.

 

Eine Chronologie des Falls lesen Sie hier.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert