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Krieg in Syrien : Türkischer Außenminister fühlt sich von geplanter US-Waffenlieferung bedroht

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Der amerikanische Präsident Donald Trump hat entschieden Waffen an die syrische Kurdenmiliz YPG zu liefern.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2017 | 15:03 Uhr

Istanbul | Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat die geplante Waffenlieferung der USA an die syrische Kurdenmiliz YPG scharf kritisiert.  „Jede Waffe, die ihnen in die Hände fällt, ist eine Bedrohung für die Türkei“, sagte er am Mittwoch bei einem Besuch vor Journalisten in Montenegro. Die YPG sind Teil des Bündnisses Syrische Demokratische Kräfte (SDF). Die Kurdenmiliz sei genauso wie die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK eine Terrororganisation, so der türkische Außenminister. „Zwischen ihnen gibt es überhaupt keinen Unterschied. Sie heißen nur anders.“ In der Vergangenheit seien nach türkischen Erkenntnissen an die YPG gelieferte Waffen zudem in die Hände der PKK gelangt.

Die kurdischen Truppen gelten als effiziente Kämpfer gegen den IS. Sie werden schon seit 2014 von den USA unterstützt. Bei einer gegenwärtig laufenden Offensive unter Führung der YPG auf die IS-Hochburg Al-Rakka fliegt eine US-geführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Dschihadisten.

Die USA hatte am Dienstag entschieden, die YPG in Syrien im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufzurüsten. Es handelt sich bei den Lieferungen nach Angaben des Pentagons um Handfeuerwaffen, Maschinengewehre, Munition und gepanzerte Fahrzeuge.  Der Schritt kommt nur eine Woche vor einem Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Washington. Im Gegensatz zu der Türkei erkennt die US-Regierung offiziell nur die PKK als Terrororganisation an. Die YPG dagegen ist für die USA im Kampf gegen den IS ein wichtiger Partner.

Ankara kritisierte die US-Unterstützung für die YPG in der Vergangeheit immer wieder. Das türkische Militär geht im Südosten des Landes vor allem in den Grenzregionen zu Syrien und dem Irak massiv gegen die PKK vor. Die PKK, die auch in Europa als Terrororganisation gilt, ist für zahlreiche tödliche Anschläge in der Türkei verantwortlich. Ein Waffenstillstand war im Juli 2015 gescheitert.

Im Gegensatz zur Türkei begrüßten die kurdischen Kämpfer in Syrien die angekündigten US-Waffenlieferungen als „historische Entscheidung“. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump werde den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG dabei helfen, die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu besiegen. „Unsere Einheiten wissen diese historische Entscheidung zu schätzen und erklären, dass wir zusammen mit der internationalen Koalition alle Kräfte der Dunkelheit besiegen können“, sagte YPG-Sprecher Redur Xelil. Die Entscheidung werde allen demokratischen Kräften, die gegen den Terror kämpfen, einen Schub geben.

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