Schüsse in der Lobby : Tripolis: Acht Tote bei Angriff auf Hotel „Corinthia“

Schauplatz eines Terrorangriffes: Das Hotel Corinthia in Tripolis. Mindestens zwei Bewaffnete Männer schossen in der Lobby um sich. Sie töteten drei Menschen.
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Schauplatz eines Terrorangriffes: Das Hotel Corinthia in Tripolis. Mindestens zwei Bewaffnete Männer schossen in der Lobby um sich. Sie töteten drei Menschen.

Unbekannte stürmen die Lobby eines Hotels in Tripolis und schießen um sich. Es gibt Tote und Verletzte. Vieles ist noch unklar.

shz.de von
27. Januar 2015, 16:19 Uhr

Tripolis | Unbekannte Bewaffnete haben am Dienstag nach lokalen Medienberichten ein Vier-Sterne-Hotel in der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Lana töteten sie dabei mindestens drei Wachmänner. Auch seien mindestens fünf Gäste ums Leben gekommen. Das teilte der Chef der Spezial-Abwehr-Einheit, Mahmud Hamsa, im Privatsender Al-Nabaa mit. Die Situation sei „unter Kontrolle“. Es gebe keine Geiseln mehr im Hotel. Allerdings konnte der Sicherheitsbeamte nicht sagen, wo die bewaffneten Männer waren. Sicherheitskräfte hätten später zwei Extremisten töten können, hieß es. Unklar blieb zunächst, um wie viele Angreifer es sich handelt - Medien sprechen von zwei bis fünf.

So berichtete ein Angestellter des Mittelmeer-Hotels, fünf vermummte Angreifer mit kugelsicheren Westen hätten das Gebäude am Dienstagvormittag gestürmt, nachdem Sicherheitsleute an den Toren versucht hätten, sie aufzuhalten. Die Attentäter hätten in der Lobby wahllos auf Mitarbeiter geschossen.

Das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen „Site“ teilte mit, Kämpfer der IS-Terrororganisation in Libyen hätten sich im Internet zu dem Anschlag auf das Luxushotel bekannt. Die IS in Tripolis habe in einer Botschaft auf Twitter erklärt, dass seine Mitglieder das Hotel erstürmt hätten.

Das Hotel ist dafür bekannt, dass es von Diplomaten und führenden libyschen Politikern besucht werde. Bereits 2013 war das Hotel schon einmal angegriffen worden. Damals wurde dort ein ehemaliger Ministerpräsident entführt.

In Libyen kämpfen seit Monaten verschiedene Milizen um die Vorherrschaft.

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