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Panorama

19. Oktober 2017 | 00:33 Uhr

Trauer um Prinz Friso

vom

Ein Ski-Unfall in Österreich vor 18 Monaten wurde das tödliche Schicksal des Niederländers

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Den Haag | Ein Leben im Rampenlicht war Prinz Friso verhasst. Der Bruder des niederländischen Königs Willem-Alexander galt als freundlich, aber scheu. Doch in den vergangenen anderthalb Jahren machte sein Schicksal Schlag zeilen. Beim Skifahren in Österreich erfasste ihn am 17. Februar 2012 eine Lawine. Friso fiel ins Koma. 18 Monate nach dem tragischen Unglück starb der Prinz im Alter von 44 Jahren gestern in Den Haag, im Palast seiner Mutter Beatrix. In einer Mitteilung des Palastes hieß es: "Die Königliche Familie dankt allen, die Prinz Friso behandelt und betreut haben, herzlich für die ausgezeichnete und hinwendungsvolle Versorgung des Prinzen."

König wollte er nie werden. Das hatte der Prinz van Oranje-Nassau schon als Kind deutlich gesagt. Der zweite Sohn der damaligen Prinzessin Beatrix wurde am 25. September 1968 geboren. Er trat nur selten an die Öffentlichkeit. Selbst bei den offiziellen Auftritten der ganzen Familie fehlte Johan Friso Bernhard Christiaan David oft.

Während sein älterer Bruder Willem-Alexander wegen seines ausschweifenden Studentenlebens den Spitznamen "Prinz Pilsje" trug, war Friso als "Prinz Schlauköpfchen" bekannt. Kein Wunder: Er absolvierte im Rekordtempo gleich drei Studiengänge. 1988 kehrte er als Ingenieur von der renommierten Universität Berkeley in den USA in die Niederlande zurück und studierte in Delft Luft- und Raumfahrttechnologie und nebenher auch noch Betriebswirtschaft in Rotterdam. Später beendete er seine Laufbahn bei der Unternehmensberatung McKinsey, um sich an einer Elite-Hochschule in Paris zum Manager ausbilden zu lassen. Eine glänzende Karriere wartete auf den begabten Prinzen. Er wurde Vizepräsident für Investmentbanking bei Goldman Sachs in London. Und er war Direktor für Raumfahrt am niederländischen Forschungsinstitut TNO in Delft.

Doch die Klatschpresse ließ ihn nicht in Ruhe. Weil man den jungen Mann nie mit Freundin sah, kamen Gerüchte auf, dass er homosexuell sei. Schwule veranstalteten sogar "Friso-Partys". Durch den andauernden Gerüchtestrom sah er sich gezwungen, 2001 offiziell zu erklären, dass er Frauen mochte. Kurze Zeit später sah das Volk eine Blondine an seiner Seite. Bei der Beerdigung seines Vaters, des deutschen Prinzen Claus 2002, trat zum ersten Mal Mabel Wisse Smit auf.

Doch wieder geriet Friso in die Schlagzeilen. Mabel hatte verschwiegen, dass sie in ihrer Studentenzeit mit einem berüchtigten Drogenboss liiert war. Unter starkem politischen Druck verzichtete Friso darauf, das Parlament offiziell um Zustimmung zur Hochzeit mit Mabel zu bitten. Damit verlor er automatisch seinen Platz in der Thronfolge. Ohne parlamentarischen Segen gaben sich die beiden am 24. April 2004 in Delft das Jawort. Das Paar lebte danach in London und bekam zwei Töchter: Luana (8) und Zaria (7). In den Schlagzeilen tauchten sie nicht mehr auf, bis zu jenem Schicksalstag: dem 17. Februar 2012. Der Prinz war mit der königlichen Familie zum Wintersport im österreichischen Lech. Wie so oft ging Friso mit einem Freund Ski laufen. Trotz erhöhter Lawinengefahr verließen sie die Piste. Wenig später hatte eine Lawine den Prinzen verschüttet. Sein Leben konnte gerettet werden. Doch die Ärzte stellten fest, dass er unwiederbringliche Hirnschäden erlitten hatte. Dass Friso wieder aus dem Koma aufwachen würde, schlossen die Ärzte aus. Fortan wurde der 44-Jährige im Palast in Den Haag versorgt. Dort starb er gestern, einen Tag nach dem 45. Geburtstag seiner Frau.

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