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Extreme Hobbys : „Tough Mudder" und Co: Die Jagd nach dem Nervenkitzel

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Gemütlich durch den Wald joggen – das war gestern. Heute nehmen sportbegeisterte Menschen an kollektiven Ereignissen teil, um sich mit möglichst vielen Gegnern zu messen. Gesucht wird der ultimative Nervenkitzel.

Flensburg | Noch vor einigen Jahren zählte man zu den sportlichen Menschen, wenn man regelmäßig absolvierte Joggingrunden im Grünen vorzuweisen hatte. Dabei stand vor allem die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund – und die Entspannung danach. Mittlerweile suchen einige Menschen die direkte Konfrontation mit Gleichgesinnten, die ständig auf der Jagd nach dem ultimativen Nervenkitzel sind.

Bereits seit einigen Jahren erobern sogenannte „Bootcamps“ Deutschland. Der Fitnesstrend stammt natürlich aus den USA. Dort gehört das Bootcamp eigentlich zum Rekruten-Programm des US-Militärs. Sportfans werden beim Bootcamp-Training in einer größeren Gruppe von einem Trainer zum Schwitzen gebracht. Die Teilnehmer tauschen dabei die stickige Luft der überfüllten Fitnesscenter gegen eine Sporteinheit in der freien Natur. Denn unabhängig von der Wetterlage finden die Einheiten stets draußen statt. Parkbänke, Mauern und Treppenstufen werden zu Trainingsgeräten umfunktioniert. Die individuellen Einheiten verbinden Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit miteinander.

Eine Bootcamp-Teilnehmerin gerät beim Krafttraining ins Schwitzen.
Eine Bootcamp-Teilnehmerin gerät beim Krafttraining ins Schwitzen. Foto: Andreas Arnold, dpa/lhe

Eine Mischung aus Laufwettbewerb und Bootcamp liefert der extreme Hindernislauf „Tough Mudder" – ohne dabei auf eine sportliche Leistung abzuzielen. Die Herausforderung bei „Tough Mudder" besteht darin, eine Strecke zwischen 16 und 18 Kilometern zu überwinden – mitten im Schlamm. Die Teilnehmer müssen dabei zahlreiche Hindernisse besiegen: Vier Meter hohe Mauern, tiefe Becken gefüllt mit Eiswasser und unterirdische Schlammtunnel stellen sich den Sportlern in den Weg.

Anders als erwartet, wird die Zeit der Teilnehmer auf der Strecke nicht gemessen. Die Teilnahme an „Tough Mudder“ ist nicht als ein klassisches Rennen zu sehen, sondern als eine persönliche Herausforderung. Ziel ist es, die Strecke durch Teamwork zu meistern. Der Spaß steht dabei stets an erster Stelle. Schlammgetränkt im Ziel angekommen, erwartet die Teilnehmer keine brimborische Siegerehrung, sondern eine bunte Feier mit rockiger Musik. Das nächst gelegene „Tough Mudder" Event findet am 11. und 12. Oktober 2014 in Hamburg statt.

Zugegeben: Der Nervenkitzel beim klassischen Laufen ist sicher nicht mit einem Bootcamp oder der Teilnahme am „Tough Mudder“ Event zu vergleichen. Als Einsteiger auf der Suche nach dem besonderen sportlichen Erlebnis ist der klassische Laufwettkampf für den kleinen Nervenkitzel trotzdem geeignet. Fast in jeder größeren Stadt werden mittlerweile Wettkämpfe veranstaltet, die vom Anfänger bis zum Profi jeden ansprechen sollen. Das Laufen wird hierbei natürlich im Kollektiv veranstaltet und eine große Siegerehrung am Ende darf meist auch nicht fehlen.

Der größte Laufwettkampf in Schleswig-Holstein ist der „Kiel-Lauf“ mit circa 10.000 Teilnehmern. Vom Halbmarathon (21,0975 km), bis zum Volkslauf (10,5 km) und Kurzlauf (6,0 km) sind verschiedene Schwierigkeitsstufen vertreten. Jan Berszuck vom Schleswig-Holsteinischen Leichtathletik-Verband e.V. erklärt, dass vor allem „das Interesse an Staffelläufen wächst“. In diesem Jahr am 14. September wird es auch beim „Kiel-Lauf“ die erste Halbmarathon-Staffel geben. Passend für Anfänger, die Halbmarathon-Luft schnuppern möchten – ohne gleich die gesamte Strecke alleine absolvieren zu müssen. Eine Staffel muss beim „Kiel-Lauf“ aus mindestens zwei und maximal vier Teilnehmern bestehen. Aktuell sind noch Startplätze vorhanden.

Ob nun Bootcamps, das „Tough Mudder“ Event oder Laufwettkämpfe – eines haben alle diese sportlichen Hobbys mit Nervenkitzel-Garantie gemeinsam: Sie finden in einer Gruppe statt. Aus Sicht des Kieler Sportpsychologen Mathias Fauth wird „in der Gruppe der innere Schweinehund leichter überwunden“. Ganz egal ob man auf klassische Joggingrunden im Grünen oder doch lieber auf herausfordernde Sportevents wie „Tough Mudder“ setzt, was bleibt, ist stets das positive Körpergefühl nach dem Sport.

 

 

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erstellt am 07.Aug.2014 | 19:56 Uhr

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