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Grafing in Bayern : Toter bei Messerattacke: Wohl kein islamistischer Hintergrund

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Die Messerattacke am Bahnhof von Grafing hat nach ersten Ermittlungen keinen islamistischen Hintergrund. Der Angreifer habe offenbar psychische Probleme und auch Drogenprobleme, so der bayerische Innenminister Herrmann.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 13:59 Uhr

München | Die Messerattacke am Bahnhof von Grafing hatte nach ersten Ermittlungen keinen islamistischen Hintergrund. Der 27-Jährige, der am frühen Dienstagmorgen einen Mann tötete, habe offenbar psychische Probleme und auch Drogenprobleme, teilte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mit.

Der Mann habe seine Tat bereits eingeräumt. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund haben die Ermittler nach Angaben Herrmanns bisher nicht. Es werde aber geprüft, ob ein politischer Hintergrund vorliege. Herrmann berichtete, dass der Mann zuletzt wegen psychischer Auffälligkeiten und wegen Drogenkonsums in Erscheinung getreten sei.

Bei der Attacke am Bahnhof hatte der junge Mann einen Mann getötet und drei Männer verletzt. Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer sagte, dass sich die Tat kurz vor der Abfahrt der ersten S-Bahn Richtung München ereignet habe. Demnach betrat der Angreifer den Zug und stach dort unvermittelt auf einen Mann ein. Danach griff er auf dem Bahnsteig drei weitere Männer an.

Ein 50-Jähriger wurde von dem Angreifer so schwer verletzt, dass er wenig später im Krankenhaus starb, teilten die Staatsanwaltschaft München II und das Landeskriminalamt (LKA) mit. Bei den weiteren Verletzten handelt es sich um drei Männer im Alter von 58, 43 und 55 Jahren. Einer von ihnen wurde nach den Angaben schwer verletzt. Der Attentäter wurde am Bahnhof festgenommen, die Tatwaffe sichergestellt.

Zunächst war es offen, ob der Mann möglicherweise aus einem islamistischen Motiv heraus tötete. „Der Täter machte Äußerungen bei der Tat, die auf eine politische Motivation schließen lassen“, hieß es in einer Mitteilung der Behörden.

Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks prüft die Polizei Zeugenaussagen, denen zufolge der Mann bei der Messerattacke „Allahu-Akbar“ (Allah ist groß) gerufen haben soll. Polizeisprecher Kammerer berichtete von Zeugenaussagen, wonach der Täter von ungläubigen Menschen gesprochen habe, die er töten wolle.

Die Erste Bürgermeisterin von Grafing, Angelika Obermayr, reagierte geschockt. „Wir sind ein absolut friedliches oberbayerisches Kleinstädtchen im Münchner Umfeld“, sagte sie am Dienstag dem Sender n-tv. „So was ist absolut neu und erschüttert hier die Menschen wirklich zutiefst, die so was halt nur aus dem Fernsehen kennen“, sagte sie.

Der Grafinger Bahnhof, ein wichtiges Regionaldrehkreuz rund 30 Kilometer östlich von München, wurde von der Polizei abgesperrt. Der Bahnbetrieb wurde etwa zwei Stunden lang eingestellt.

 

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