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Kohlenmonoxidvergiftung in Arnstein : Tote Jugendliche in Gartenlaube: Angeklagter Vater äußert sich vor Gericht

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Die Teenager starben aufgrund der Abgase eines Generators. Er sei fassungslos, weise die Schuld aber nicht von sich.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 11:52 Uhr

Würzburg | Im Prozess um die tödliche Kohlenmonoxid-Vergiftung von sechs Teenagern in einer Gartenlaube in Unterfranken hat sich der Besitzer des Häuschens umfassend zu den Hintergründen geäußert. „Nach wie vor bin ich fassungslos wie und warum das passieren konnte. Ich begreife das einfach nicht“, ließ der 52-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Würzburg von seinem Verteidiger verlesen. „Ich will aber keine Schuld von mir weisen“, las Strafverteidiger Hubertus Krause weiter vor.

 

Der Mann aus Arnstein steht wegen sechsfacher fahrlässiger Tötung vor Gericht. In seiner Gartenlaube starben im Januar sechs Teenager an einer Kohlenmonoxidvergiftung, darunter zwei seiner eigenen Kinder.

Schuld war ein im Technikraum des Häuschens aufgestellter Stromgenerator, der nicht für Innenräume geeignet war. Der Anklageschrift zufolge soll der 52-Jährige zudem eine wackelige Abgasableitung gebastelt haben, die im Laufe des Abends zusammengebrochen war. Deshalb konnte sich das tödliche Gas unbemerkt in der Hütte verteilen.

Was ist Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid ist ein geruchs-, geschmacks- und farbloses aber auch sehr giftiges Gas. Es handelt sich dabei um eine chemische Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff. Das Gas entsteht unter anderen bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen, wenn für den Verbrennungsvorgang der notwendige Sauerstoff fehlt. Zu den Brennstoffen zählen Holz, Kohle, Benzin, Heizöl oder Gas.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Wenn das Gas eingeatmet wird, gelangt es über die Lunge ins Blut. Dort lagert es sich an die roten Blutkörperchen an, diese binden den Sauerstoff. Dadurch wird der Sauerstofftransport stark gestört. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung besteht akute Erstickungsgefahr, die oftmals erst viel zu spät bemerkt wird.

 

Der Angeklagte sagte in seiner persönlichen Erklärung unter anderem, dass er die Abgasleitung extra fest installiert und vor dem Betrieb mehrfach erfolgreich getestet habe. Der neu gekaufte Generator sei bereits zu Silvester einwandfrei gelaufen.

Er selbst hatte die Toten am Morgen nach der Feier in der Laube entdeckt. Er habe zunächst angenommen, die jungen Leute hätten nur zu viel getrunken und würden deshalb noch schlafen. Erst Minuten später sei ihm klar geworden, dass „etwas Schreckliches passiert ist“.

Das Gericht muss nun entscheiden, wie der Mann dafür zur Verantwortung gezogen werden muss. Sollten die Richter seine Schuld feststellen, können sie sowohl eine Geldstrafe als auch eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren verhängen.

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