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„Aquatic Bird Bornavirus 1“ : Tödliches Gänsevirus in Dänemark entdeckt

vom

In mehreren Gänsen ist das Virus nachgewiesen worden. Es stammt aus Nordamerika. Die Gänse fressen, bis sie sterben.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 16:56 Uhr

Kopenhagen | „Aquatic Bird Bornavirus 1“ – das ist der Name eines gefährlichen Virus, der jetzt in Dänemark nachgewiesen worden ist. Das berichtet das dänische Wissenschaftsmagazin „Videnskab.dk“. Geschwollene Bäuche, Verstopfung und Tod. So sieht der Krankheitsverlauf der bisher in Europa nicht nachgewiesen Infektion aus.

Ob das Virus auch für den Menschen gefährlich werden kann, ist bislang unklar. In den vergangenen Jahren waren Typen des Vogelgrippe-Erregers H5N1 und H7N9 auch für Infektionen bei Menschen verantwortlich. Es gab mehrere Todesopfer. Zuletzt brach das Virus H5N1 erneut in Frankreich aus.

Der sogenannte Muskelmagen der infizierten Gänse funktioniert nicht mehr und die Tiere fressen solange weiter, bis sie sterben. Bei sieben von insgesamt 333 geschossenen Tieren konnte der Virus nachgewiesen werden.

Tierärzte befürchten, dass sich das Virus jetzt über den Kontinent ausbreiten könnte, so wie der Erreger es in Nordamerika getan hat. Nachgewiesen wurde das Virus bei mehreren Gänsearten, die von Jägern in ganz Dänemark geschossen wurden. Möglicherweise sei der Erreger über Grönland nach Dänemark gekommen, wo sowohl europäische als auch amerikanische Gänse brüten. Ein ähnliches Virus wird mit dem Tod von drei Menschen in Verbindung gebracht, doch Forscher mahnen zur Ruhe, heißt es in dem Bericht weiter. „Es deutet nichts darauf hin, das Menschen sich mit dem Virus infizieren können, wenn sie von Gänsen gebissen werden oder Gans essen“, betont Anders Fornsgaard, Professor an der Syddansk Universitet. Um die Weihnachtsgans müsse sich also niemand sorgen.

Ob auch Gänsearten in Schleswig-Holstein infiziert sind, ist bisher nicht bekannt. Das Umweltministerium in Kiel war für eine shz.de-Anfrage nicht zu erreichen.

 
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