Mögliche Befangenheit : Tödliches Autorennen in Köln – Prozess platzt wegen Facebookfreund

Bei dem Unfall während des Autorennens kam eine 19-jährige Radfahrerin ums Leben.

Bei dem Unfall während des Autorennens kam eine 19-jährige Studentin ums Leben.

Ein Schöffe hat Kontakte in die Raserszene, der Revisionsprozess gegen zwei 24-Jährige muss nun von vorne beginnen.

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12. Dezember 2017, 17:01 Uhr

Köln | Der Prozess um den Tod einer Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen in Köln ist geplatzt. Bei einem Schöffen bestehe die Besorgnis der Befangenheit, teilte das Kölner Landgericht am Dienstag mit. Der 31-Jährige hatte dem Richter am ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche gesagt, dass er über Facebook mit einem Mann aus der Raserszene befreundet sei, der auch einen der beiden Angeklagten kenne. Daraufhin hatten Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Nebenklage Befangenheitsanträge gegen den Schöffen gestellt, denen das Gericht jetzt stattgab. Nun muss der Revisionsprozess mit einem Ersatzschöffen Anfang 2018 nochmal von vorne beginnen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Der Bundestag hat in diesem Jahr härtere Strafen gegen die Teilnehmer illegaler Autorennen beschlossen. Wer dabei den Tod oder die schwere Verletzung eines Menschen verschuldet, muss künftig mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen.

Das Landgericht hatte die beiden 24 Jahre alten Angeklagten bereits wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) monierte die Strafaussetzung zur Bewährung und hob das Urteil teilweise auf. Vor diesem Hintergrund muss nun eine andere Kammer des Landgerichts entscheiden, ob die in Deutschland geborenen Türken doch noch ins Gefängnis kommen.

Die beiden Angeklagten hatten sich im April 2015 in Köln-Deutz ein Rennen geliefert. Einer der Wagen kam in einer Kurve von der Straße ab und rammte auf dem Radweg eine Studentin. Die 19-Jährige starb an ihren schweren Verletzungen.

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