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Gedenken auf Twitter : Todestag von Robert Enke: „Zu schnell vergessen“

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Vor fünf Jahren nahm sich der Fußball-Nationaltorwart das Leben. Auf Twitter erinnern sich die Menschen unter dem Hashtag #gedENKEn.

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2014 | 16:17 Uhr

Nicht nur die Sport-Welt war zu tiefst erschüttert: Fünf Jahre ist es her, dass sich Robert Enke das Leben nahm. Am 10. November 2009 wurde der Keeper von Hannover 96 in der Nähe seines Heimatortes von einem Zug überrollt. Der Fußball-Nationaltorwart litt über mehrere Jahre an Depressionen. Auf Twitter gedenken die Nutzer an das Idol. Die Erinnerungen an die schreckliche Nachricht kommen zurück:

Auch der Deutsche Fußball-Bund will seinen Torwart von damals nicht vergessen. Robert Enke war auf dem Zenit seines Erfolgs, als er sich das Leben nahm. Zur WM nach Südafrika 2010 wäre er als Nummer 1 gefahren.

So manch einem wurde erst am 10. November 2009 deutlich vor Augen geführt, dass Depressionen nicht durch Erfolg im Beruf oder viel Geld geheilt werden können. Diesen Gedanken nimmt auch dieser Twitterer auf:

Der Tod des Nationaltorhüters beschäftigte ganz Deutschland über mehrere Tage. Auch der zwischenmenschliche Umgang in unserer Leistungsgesellschaft wurde thematisiert. Doch was ist von der Diskussion geblieben? Wenig, meint dieser Nutzer:

Auch Enkes früherer Therapeut äußerte sich kürzlich zum Umgang von Spitzensportlern mit psychischen Krankheiten. „Ich persönlich sehe keinen grundlegend veränderten Umgang. Nur die Erfolgreichen und mental Starken gelten als seelisch gesund, was definitiv nicht stimmt“, sagte Valentin Markser. „Jede Schwäche wird gnadenlos bestraft.“

Auch der Präsident von Enkes früherem Club Hannover 96, Martin Kind, hält seelische Erkrankungen unter den meisten Profisportlern noch für ein Tabuthema. „Es gibt eine ganz kleine Tendenz, aber das sind Einzelfälle, die mit einer Depression möglichst schnell relativ offen umgehen“, sagte der 70-Jährige. Das ergebe sich unter anderem aus seiner Arbeit für die Robert-Enke-Stiftung, in der Kind Vorsitzender des Stiftungsrats ist. Die Stiftung wurde Anfang 2010 gegründet, um im Spitzensport einen offeneren Umgang mit der Krankheit Depression zu fördern und entsprechende Einrichtungen zu unterstützen.

Zumindest heute ist der Freitod des Fußballers vor fünf Jahren wieder Thema. Genauso wie die bewegende Trauerfeier im Stadion in Hannover einige Tage nach seinem Tod. Der wohl emotionalste Moment: Als Enkes Weggefährten den Sarg aus der Arena trugen.

Heute - am fünften Todestag - gedenken wohl mehr Menschen als sonst an Robert Enke. Seine Fans tragen ihn aber für immer in ihren Herzen.

mit dpa

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