Private Wetten : Tipps für das WM-Tippspiel

Pünktlich zum Start der WM wird in Wohnzimmern und Büros wieder fleißig gewettet.
Pünktlich zum Start der WM wird in Wohnzimmern und Büros wieder fleißig gewettet.

Bei Fußballfans ist dieser Tage wieder das Wettfieber ausgebrochen. Voller Leidenschaft buhlen sie um die Krone des Tippkönigs und setzen im Freundes- und Bekanntenkreis kleine Geldbeträge. Ein Wettstreit nicht ohne Risiken.

shz.de von
10. Juni 2014, 19:45 Uhr

Flensburg | Ob im Sportverein, Büro oder Freundes- und Bekanntenkreis – private Tippspiele haben wenige Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien Hochkonjunktur. Überall werden munter kleine Geldbeträge eingesetzt, die anschließend in einen Jackpot wandern und nach dem Turnier an die besten Tipper einer Runde ausgezahlt werden.

Damit der private Wettstreit zur WM auch tatsächlich allen Beteiligten Spaß und Freude bereitet, sollten Tipper jedoch einige wichtige Punkte beachten. Zwar sind Tippspiele mit Geldeinsatz grundsätzlich nicht verboten, dennoch bewegt man sich in einer rechtlichen Grauzone. „Private Fußball-Wetten sind unverbindlich, es lässt sich aus ihnen kein Rechtsanspruch ableiten“, sagt Dr. Boris Wita, Justizexperte bei der Verbraucherschutzzentrale Schleswig-Holstein. 

Der Spruch „Wettschulden sind Ehrenschulden“ kommt beim privaten Tippspaß also voll zur Geltung. Grundsätzlich haben Tippkönige keinen Anspruch auf Auszahlung ihres Gewinns. Sie können lediglich an das Gewissen ihrer Mitstreiter appellieren. Um solchen Streitigkeiten schon von vornherein aus dem Weg zu gehen, sollten Fußballfans nur an Tipprunden mit Personen ihres Vertrauens teilnehmen. Wichtig ist auch, dass vor Turnierbeginn klare Spiel- und Punktregelungen festgelegt werden. Ansonsten könnte es im Verlauf der WM zu bösen Überraschungen kommen.

Rechtliche Relevanz bekommt ein privates Tippspiel nur, wenn der Spielleiter mit den Einsätzen durchbrennt. Zwar haben Tipper zivilrechtlich keinen Anspruch auf Rückgabe ihres Geldes, jedoch können sie ihren Kassenwart wegen Veruntreuung anzeigen. Auch hier gilt: Nur mitspielen, wenn man dem Spielleiter vertraut.

Beachten sollten WM-Tipper jederzeit auch die Suchtgefahren, die das Wetten um Tore, Punkte und Gruppensieger mitbringt. „Zwar birgt das einmalige Tippen mit geringen Einsätzen zunächst einmal nur ein geringes Suchtpotential, wenn einzelne Tipper jedoch bereits Affinitäten zum Wetten mitbringen, kann die Teilnahme zum kleinen Puzzleteil einer Spielsucht werden“, sagt Sozialtherapeut Bernd Mukian vom Suchthilfezentrum Schleswig.

Gefährlich würde das Tippspiel besonders dann, wenn es das tägliche Handeln und Denken  - also den Alltag – des Tippers beeinflusse. Mukian warnt in diesem Zusammenhang vor allem vor so genannten Livewetten im Internet, bei denen die Tipper in Echtzeit auf bestimmte Spielereignisse (z.B. Tore, Rote Karten und Elfmeter) setzen können. Hier bestehe beim Tipper eine ständige Gegensätzlichkeit zwischen Anspannung und Entspannung.

Grundsätzlich gilt daher: Lieber nur an Tippspielen teilnehmen, bei denen für alle Beteiligten der Spaß am privaten WM-Wettstreit im Vordergrund steht und in erster Linie keine monetären Ziele verfolgt werden.

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