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Dreharbeiten zu „Bailey - ein Freund fürs Leben“ : Tierquälerei: Video zeigt das Leiden der Filmtiere

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Weil die Hunde bei den Dreharbeiten gequält wurden, haben Tierschützer zum Boykott des neuen Kinofilms aufgerufen. Fälle wie dieser sind im Filmgeschäft keine Seltenheit.

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2017 | 17:56 Uhr

Der Schäferhund windet sich. Mit aller Kraft versucht er, sich am Beckenrand festzuklammern, doch sein Herrchen stößt ihn in das sprudelnde Wasser. Kurz darauf wird er von der Strömung nach unten gezogen und ertrinkt dabei fast – ein Helfer zieht ihn in letzter Minute aus dem Wasser. Diese Szene ist auf einem Video zu sehen, das während der Dreharbeiten zum neuen Kinofilm „Bailey – ein Freund fürs Leben“ (Originaltitel: A Dog's Purpose, Deutschlandstart am 23. Februar) aufgenommen und kürzlich auf dem Internetportal „tmz“ veröffentlicht wurde.

Tierschützer auf der ganzen Welt schlugen Alarm, die Tierschutzorganisation Animal Justice reichte Beschwerde wegen Tierquälerei ein. Die Organisation Peta hat zum Boykott des Films aufgerufen. In einer Mitteilung an US-Medien betonten die Produzenten, das Produktionsteam habe sich an die strengen Vorschriften zum Tierschutz gehalten. Der betroffene Hund mit dem Namen Hercules sei „glücklich und gesund“.

Hintergrund: Darum geht es im Film

Der Familienfilm wird ganz aus der Perspektive des Hundes erzählt. Basierend auf dem Bestsellerroman „Ich gehöre zu dir“ von W. Bruce Cameron inszeniert Regisseur Lasse Hallström die gefühlvolle Geschichte des treuen Hundes Bailey, der den Sinn seiner eigenen Existenz im Leben der Menschen findet, denen er das Lachen und die Liebe nahebringt.

 

Die „American Humane Association“ (AHA) ist dafür zuständig, das Wohl der Tiere an Filmsets zu überprüfen, und vergibt das aus dem Abspann vieler Filme bekannte Gütesiegel „No animals were harmed“ (auf Deutsch: „keine Tiere wurden verletzt“). Nach den jüngsten Vorfällen hat Peta die Organisation aufgefordert, die zahlreichen Missstands-Meldungen bei den Filmproduktionen aufzuklären.

Denn Vorfälle wie dieser sind im Filmgeschäft keine Ausnahme. Immer wieder wurden Tiere für die Produktion von Blockbustern gequält: Bei den Dreharbeiten von „Life of Pi“ war ein Tiger fast in einem Wassertank ertrunken, am Set von „Der Hobbit“ sind mehrere Tiere, darunter Pferde, Hühner, Ziegen und Schafe, verletzt oder getötet worden.

In der Familienserie „Unser Charly“, die Mitte der 90er im ZDF lief, wurden die Schimpansen regelmäßig ausgetauscht und für die Produktion schon früh ihren Müttern weggenommen, um sie dressieren zu können. Kamen sie in die Pubertät, wurden sie für den Dreh unbrauchbar – die meisten landeten dann in amerikanischen Tierparks, in denen sie unter übelsten Bedingungen in Käfigen leben mussten.

Auch die Produktionsfirma Disney geriet vor einigen Jahren in die Schlagzeilen: In dem Film „Snow Buddies“ aus dem Jahr 2008 starben fünf Golden-Retriever-Welpen, weil sie die rauen Bedingungen bei den Dreharbeiten in Kanada nicht verkrafteten. Die Welpen wurden für die Produktion kurz nach der Geburt von der Mutter getrennt und hatten deshalb kein fertig ausgebildetes Immunsystem.

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