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"Killshot" : Thriller mit brillantem Mickey Rourke

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Mit einer beeindruckenden Schauspielleistung kriegt Mickey Rouke das lecke "Film-Schiff" wieder flott und macht "Killshot" zu einem sehenswerten Film.

shz.de von
erstellt am 15.Jul.2009 | 10:51 Uhr

Der Thriller "Killshot" hat alles, was ein Hollywood-Film zum Erfolg braucht: einen ebenso brillanten wie bekannten Hauptdarsteller (Mickey Rourke, "Sin City"), einen talentierten Regisseur (John Madden, "Shakespeare in Love") und eine packende Geschichte aus dem Kosmos eines erfolgreichen Romanciers (Elmore Leonard, "Jackie Brown", "Out of Sight"). Doch manche Filme stehen einfach unter keinem guten Stern. "Killshot" war in Amerika ein wirtschaftlicher Totalausfall: Vor vier Jahren gedreht, ließ die Produktionsfirma das Werk jahrelang mal überarbeiten, mal in der Schublade verstauben. Schließlich startete er in nur fünf US-Kinos. Dort wurde er nach zwei Wochen abgesetzt.

Dass der Film nun doch noch in die deutschen Kinos kommt, ist ein Glücksfall. Keine Frage, das Werk hat Schwächen: Die Romanvorlage von Leonard wurde ungeschickt gekürzt, und so ist das Drehbuch fast zwangsläufig mit einigen logischen Brüchen arg löchrig. Für Schauspieler klingt das nach einem ziemlichen Alptraum, getreu nach der alten Bauernregel: Darsteller können noch so gut spielen, den Film mit seinem unglaubwürdigen Plot retten sie doch nicht.

Der Ausnahmeschauspieler Mickey Rourke setzt diese Regel außer Kraft. Mit einer beeindruckenden Leistung kriegt er das lecke "Film- Schiff" wieder flott und macht "Killshot" zu einem sehenswerten Zeugnis umwerfender Schauspielkunst.

Rourke spielt einen innerlich gebrochenen Auftragskiller, der aus seinem Mafia-Job aussteigen will. Wortkarg lässt er mit geradezu erdrückender Leinwand-Präsenz sein Gesicht und seinen Körper sprechen. Ein Mann, den seine eigene Schuld aus dem Gleichgewicht bringt und dessen inneres emotionales Brodeln genial minimalistisch angedeutet wird - für eine in Grundzügen ähnliche Rolle in "The Wrestler" bekam er den Golden Globe als bester Darsteller.

Diane Lane, die in Hochglanz-Schmonzetten wie "Das Lächeln der Sterne" regelmäßig unterfordert wird, reicht Rourke schauspielerisch das Wasser. In der Rolle einer Kleinstadt-Maklerin, deren Ehe kaputt ist, kreuzt sie zufällig den Weg des Mafiosi. Eine fatale Begegnung, die im weiteren Verlauf des Films die fragilen Welten beider Akteure einzustürzen droht. "Killshot" ist ein Film, bei dem die Zuschauer die Handlung nicht allzu sehr hinterfragen, sondern das Schauspiel zweier exzellenter Darsteller einfach genießen sollten.

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