Einzelkämpfer gegen die Kriminalität : „The Shadow“: London hat einen echten Superhelden

Alec Baldwin als „The Shadow“ in der gleichnamigen Verfilmung. Für den Unbekannten in London ist der Comic Vorbild.
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Alec Baldwin als „The Shadow“ in der gleichnamigen Verfilmung. Für den Unbekannten in London ist der Comic Vorbild.

Er ist der Schrecken, der die Nacht durchflattert – zumindest für Bösewichte. Ein maskierter Held streift durch London und schützte bereits mehrere Menschen vor Verbrechern.

shz.de von
15. Juli 2015, 13:08 Uhr

Eine Frau wird Anfang Juli auf dem Nachhauseweg von der Arbeit in Greenwich (London) von einem Betrunkenen gegen eine Wand gedrückt und sexuell belästigt. Plötzlich taucht ein Mann mit einer Maske auf, reißt ihren Peiniger zu Boden und ruft der Frau zu, wegzulaufen. Das berichtet die britische Zeitung „Evening Standard“. Der von den britischen Medien als „Bromley Batman“ getaufte neue Superheld der Millionen-Metropole hatte der Zeitung bereits einen Monat zuvor eine Email geschrieben, nachdem er einen Mann im südlichen London im Stadtteil Bromley aus den Fängen einer mit Messern bewaffneten Gruppe Männer rettete.

Der Mann war im Viertel „Martin's Hill“ zu Fuß unterwegs, als die Gruppe „wie aus dem Nichts“ auftauchte und sein Smartphone und die Brieftasche forderten. Wie aus dem Nichts sei dann auch sein Retter aufgetaucht. Komplett in schwarz gekleidet mit Kampfhose, Muskelshirt und einer Maske, rannte er auf die Gruppe zu. „Er hat den größten zu Boden geworfen, hat sich den nächsten gegriffen und ihn gegen den dritten Räuber geschleudert. Beide landeten in einer Dornenhecke“, berichtet das Opfer, das sich gegenüber der Zeitung lediglich als „Ken“ ausgegeben hatte. „Ich hatte Angst und dachte nur an meine Familie“.

Der maskierte Mann mit Bart blieb gegenüber dem „Evening Standard“ distanziert. Er wolle seine Familie schützen und daher seine Identität nicht preisgeben, schrieb er per Mail. Er sei seit drei Jahren auf den Straßen Londons unterwegs und habe seit seiner Jugend Selbstverteidigung erlernt. „Wenn irgendjemand denkt, dass er mit solchen Taten davonkommt, dann liegt er falsch“, sagte der unbekannte Rächer, der allerdings lieber „The Shadow“ (dt. der Schatten) genannt werden will. Die Comics der Reihe habe er als Kind geliebt. Er lebe in der Hoffnung, dass eines Tages Menschen die durch ihr kriminelles Handeln Angst schüren, Angst vor ihm haben werden und zwei Mal über ihr Vorhaben nachdenken würden, gibt sich „The Shadow“ selbstbewusst. „Ich fühle mich jeden Tag schlecht, dass ich nicht für jeden da sein kann, um zu helfen. Aber ich gebe mein Bestes, so vielen wie möglich zu helfen“. „The Shadow“ hofft, dass er mit seinen Aktionen andere zu guten Taten inspirieren kann und die Welt für die junge Generation ein wenig besser zu machen. „Es macht mich krank die vielen Gewalttaten in den Nachrichten zu sehen, und selten gibt es jemanden, der einschreitet und hilft“. Ein wahrer Superheld also, der zugibt: „Ich habe die Fähigkeiten zu helfen, also was soll ich mit meinem Leben machen?“

Nach den Berichten der Zeitung meldeten sich weitere Bürger und berichteten, dass ihnen der Maskierte geholfen habe. Generell versuche aber auch „The Shadow“ Konfliktsituationen aus dem Weg zu gehen. „Ich gehe allerdings vorzugsweise in Gegenden, die bekannt sind, dass dort Hilfe nötig ist“.

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